ARD Das Erste

Das Erste
Programmschwerpunkt zur Lage der deutschen Automobilbranche am Montag, 24. Oktober 2016, ab 22:45 Uhr im Ersten

München (ots) -

Die Story im Ersten: Das Märchen vom sauberen Auto (SWR)
um 22:45 Uhr 

Deutsche Autobauer gehören zu den besten der Welt. Verkaufsargumente wie moderne Technologie, geringer Verbrauch, Zuverlässigkeit und Umweltfreundlichkeit überzeugen und führen zu Export-Rekorden. "Made in Germany" steht hoch im Kurs. Doch das Image hat seit dem Abgasskandal bei Volkswagen im September letzten Jahres gelitten. Jetzt fragen sich Kundinnen und Kunden beim Kauf eines Autos, ob sie den Aussagen in den Hochglanz-Prospekten noch trauen können. Die Verunsicherung ist groß. "Die Story im Ersten: Das Märchen vom sauberen Auto - wie der Umweltschutz ausgetrickst wird" zeigt, wie die Werte in den Prospekten zustande kommen und wie Auto-Lobby und Politik das Märchen vom sauberen Verbrennungsmotor in die Welt gesetzt haben. Die Spur führt zu einer Beschönigungsstrategie der Autoindustrie, unterstützt von wachsweichen Vorschriften und Kontrollen der Politik. Nur viereinhalb Liter auf 100 km laut Prospekt: Der niedrige Verbrauch seines Mercedes-B-Klasse-Diesels soll Umwelt und Portemonnaie des Langstreckenfahrers Udo Strauß schonen. Doch jetzt sorgt der Wert für Stickoxide für Alarmstimmung. Dabei schlägt auch sein Diesel weit über die Stränge, wie Umweltphysiker Denis Pöhler von der Universität Heidelberg gemessen hat. Stickoxide machen krank, sagt Martin Kohlhäufl, Chefarzt im Robert-Bosch Krankenhaus in Stuttgart. Das unsichtbare Gift greift Lungen und Atemwege der Menschen an. In Deutschlands Feinstaub-Hauptstadt Stuttgart verklagt Manfred Niess die Stadt wegen hoher Belastungen. Garten- und Wanderfreund Strauß fragt sich in der Zwischenzeit, was neben Ruß und Feinstaub noch alles aus seinem Auspuff kommt. Sind Benziner oder Hybride eine Alternative zum Diesel? Motoren-Forscher Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie hält die neueste Diesel-Motoren-Generation für sauber und konkurrenzfähig. Doch was sind solche Aussagen wert? Ein Film von Stefan Tiyavorabun und Reinhold Erz.

Die Story im Ersten: Autoland abgebrannt - Wie die Branche die 
Zukunft verspielt" (NDR)
um 23:30 Uhr 

Deutschland ist ein Autoland. Hier wurde das Auto erfunden, hier darf man bis heute - theoretisch - auf der Autobahn so schnell fahren, wie es die Zylinder hergeben. Die deutsche Wirtschaft ist entsprechend abhängig vom Automarkt. Jeder 7. bis 20. Arbeitsplatz - die Zahlen schwanken erheblich - hängt in der Bundesrepublik am klassischen Benzin- oder Dieselverbrennungsmotor und damit an einer Technologie, die schon mittelfristig keine Zukunft mehr hat. Aber warum etwas ändern, wenn es doch so toll läuft. So dachte man in Deutschland bis zum September 2015. Dann kam "Dieselgate". Seitdem bricht das Vertrauen in eine ganze Branche weg. Abgas-Tricksereien, Ermittlungsverfahren, immer neue Skandale. Die stolze deutsche Autoindustrie steht versammelt am Pranger. Wie konnte das passieren? Und: Sind wir in Deutschland eigentlich vorbereitet auf die automobile Zukunft? Oder klammert sich eine ganze Industrie an die glorreiche Vergangenheit - und verliert das, was kommt, aus den Augen? Anderswo auf der Welt ist man sich einig: Die Automobilbranche steht vor den größten Umwälzungen ihrer Geschichte - und diese Veränderungen gehen schneller, als sich viele von uns vorstellen können. Die Welt der Mobilität wird sich nachhaltig verändern. "In wenigen Jahren wird das E-Mobil Mainstream sein", sagt Zukunftsforscher Tony Seba, der an der Universität Stanford lehrt. "Nicht aus ökologischen Gründen, sondern weil es dann schlicht billiger ist, als ein Diesel oder Benziner." Nur in Deutschland scheint man sich trotzdem lieber darauf zu konzentrieren, dass alles möglichst lange bleibt, wie es ist. Dieser Film zeigt, wie eine Mischung aus Ignoranz und Arroganz bei Wirtschaftsbossen und Politikern dazu geführt hat, dass die Schlüsselindustrie "Automobilbau" das deutsche Sorgenkind der nächsten Jahrzehnte werden könnte. Ein Film von Torben Schmidt.

Pressekontakt:

Für "Das Märchen vom sauberen Autor": Katja Matschinski, SWR, 
Tel.: 0711/929 11063, E-Mail: katja.matschinski@SWR.de
Für "Autoland abgebrannt": NDR-Pressestelle, Iris Bents,
Tel.: 040/4156 2304, E-Mail: i.bents@ndr.de
Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: ARD Das Erste

Das könnte Sie auch interessieren: