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"ttt - titel thesen temperamente" (NDR) am Sonntag, 4. September 2016, um 23:50 Uhr

München (ots) - Die Themen:

Abitur und doch keine Hochschulreife - Erschreckende Bildungsdefizite junger Deutscher In den Siebzigern machten nur 15 bis 20 Prozent der Schüler Abitur. Heutzutage ist es über die Hälfte. Schulen produzieren Abiturienten wie am Fließband. Ist unsere Jugend so viel schlauer geworden? Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Studier- und Ausbildungsfähigkeit sagt nein und schlägt Alarm. Dreiviertel der Abiturienten sollen für die Uni ungeeignet sein. Wissen und Kompetenz - Fehlanzeige. Stattdessen hat sich eine Kultur des Durchwinkens etabliert. Aus einer "3" wird einfach eine "1" gemacht und damit fleißig am Notenschlüssel gedreht. Die Folgen: Abiturienten mit Abitur, aber ohne wirkliche Hochschulreife. Viele Universitäten bieten aus diesem Grund inzwischen "nachholenden Schulunterricht" an. Und trotzdem: Die Abbrecherquoten sind hoch, besonders in Mathematik und den Naturwissenschaften. "ttt" hat sich bei einem Professor, einem Lehrer und einem Bildungssenator umgehört, wie schlimm es um die Bildung unserer Jugend steht.

Betrug am Wähler - Wie in den USA Wahlen manipuliert werden Amerika gilt immer noch als das Kernland der Demokratie. Falsch, ganz falsch - sagt Greg Palast. Und er hat Belege dafür: In seinem Buch "Gern geschehen, Mr. President!" zeigt er in zehn Schritten, wie in den USA die Wahlen manipuliert werden. Mit System, in enormem Ausmaß und mittlerweile chronisch. Davon haben in der Vergangenheit die Republikaner profitiert, auch wenn beide großen Parteien tricksen. Dreh- und Angelpunkt der Manipulationen sind die Wählerlisten. In den USA darf nur wählen, wer sich zuvor registriert hat. Akribisch genau und dabei durchaus unterhaltsam weist Palast den Wahlbetrug nach - von dem anzunehmen ist, dass er auch bei der Präsidentschaftswahl im November dieses Jahres stattfinden wird. "ttt" lässt sich von dem unabhängigen Investigativ-Reporter aufklären und zweifelt an der Demokratie in den USA.

Ein schonungsloser Roman über Schleuser - "Flucht" von Hakan Günday Am 27. August vor einem Jahr wird auf einer österreichischen Autobahn ein abgestellter Laster entdeckt. Darin: 71 tote Flüchtlinge. Am 3. September vor einem Jahr geht ein Bild um die Welt. Es zeigt den dreijährigen Aylan, der tot an einem Strand in der Türkei liegt. Aylan wie auch die anderen toten Flüchtlinge im LKW wurden Opfer skrupelloser Schleuser. Genau so jemanden hat der türkische Schriftsteller Hakan Günday in den Mittelpunkt seines Romans "Flucht" gestellt. Gündays Hauptperson Gaza ist allerdings erst neun Jahre alt, als er erfährt, dass sein Vater Schleuser und Menschenhändler ist und anfängt, ihm bei der "Arbeit" zu helfen. Auch für ihn sind die Flüchtlinge nur "Ware", nichts weiter als "Fleisch". Er fängt an, die Frauen zu vergewaltigen, Menschenversuche mit ihnen zu machen: "Sie hielten mich für ein Monster, und ich wurde zum Monster." Dieser Roman führt einem schonungslos vor Augen, wie skrupellos und menschenverachtend die Schleuser vorgehen. "ttt" hat Hakan Günday in Istanbul getroffen und mit ihm darüber geredet, was grausamer ist: Realität oder seine Fiktion.

In Würde gealtert und immer noch scharf - Die "Red Hot Chili Peppers" auf Tour Sie begannen einst als Spaß-Funk-Band mit ungewöhnlichem Markenzeichen: "Socks on Cocks" - nur mit einer einzelnen Socke verdeckt spielten sie auf der Bühne. Über die Jahre entwickelten sie sich zu einer der wichtigsten, vielseitigsten und besten Rockbands der Welt: Die "Red Hot Chili Peppers" sind inzwischen 33 Jahre alt, haben Musikgeschichte geschrieben und wollen es jetzt nochmal wissen. Für die aktuelle CD "The Getaway" haben sie mit einem neuen Produzenten gearbeitet. Jetzt steht die große Tournee an, mit Konzerten auch in Deutschland (6.9. Berlin, 1.11. München, 3.11. Berlin, 14.11. Köln, 17.11. Hannover, 19.11. Frankfurt). In "ttt" sprechen Sänger Anthony Kiedis und Bassist Michael Balzary, genannt "Flea", über alte Zeiten und über die Frage, wie man als Band in Würde altert.

Bilder? Sprache? Alles Kunst! - Martin Kippenberger in Wien Den meisten dürfte Martin Kippenberger als Maler bekannt sein, doch er selbst wollte sich da nicht so festlegen: "Ich bin doch viel mehr für die Leute, als einer der Bilder malt." Tatsächlich umfasst sein Werk neben der Malerei auch Objektkunst, Fotografie, Installationen und Performance - und eine permanente Selbstinszenierung. Erstmals widmet sich jetzt eine Ausstellung im Kunstforum Wien (8.9. - 27.11.) einem Einzelaspekt im Werk von Martin Kippenberger: der Sprache. Nach Angaben der Ausstellungsmacher war Sprache das bevorzugte Medium. Oft zeigt sich im Bildtitel oder mit Text im Bild und durchaus auch mal mit einem schlechten Witz, Slogan oder Reim der besondere Charakter des Werkes.

Moderation: Max Moor

Redaktion: Christine Gerberding, Niels Grevsen, Melanie Thun, Stefan Mühlenhoff (NDR)

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