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Das Erste: "Beckmann" am Donnerstag, 22. Mai 2014, um 22.45 Uhr

München (ots) - Whistleblower - Skandale aufdecken, Missstände anprangern Ob Hygienemängel bei Fastfood-Ketten, katastrophale Pflegebedingungen in Altenheimen oder Massenüberwachung durch Geheimdienste - ohne Whistleblower blieben viele Missstände in Unternehmen und politische Skandale unentdeckt. Doch Menschen, die sich trauen, ihre internen Kenntnisse publik zu machen, riskieren ihre Existenz. Zwar hatte die vorige Bundesregierung 2010 neue Gesetzesregeln zum Schutz von Whistleblowern angekündigt, aber immer noch sind sie weitgehend auf sich allein gestellt. Es drohen Anfeindungen, Gerichtsprozesse und der Verlust des Arbeitsplatzes. Wann rechtfertigt das öffentliche Interesse einen Geheimnisverrat? Wie transparent müssen Staat und Wirtschaft im Informationszeitalter sein? Und wer schützt Whistleblower vor Ausgrenzung und Strafverfolgung?

Darüber diskutieren bei "Beckmann":

Glenn Greenwald (US-Journalist, der mit Edward Snowden den 
NSA-Skandal aufdeckte)
Er war der erste, der Edward Snowdens NSA-Enthüllungen öffentlich 
machte und ist bis heute einer der engsten Vertrauten des früheren 
Geheimdienstmitarbeiters. Nach seinen Veröffentlichungen über die 
globale Massenüberwachung wurde Investigativ-Reporter Glenn Greenwald
selbst zum Ziel von Angriffen und Verleumdungen. 

Günter Wallraff (Enthüllungsreporter)
Seit Jahrzehnten ist er Deutschlands bekanntester 
Undercover-Journalist. Als "Ali" in "Ganz unten" und mit seinen 
Enthüllungen über die BILD-Zeitung sorgte Günter Wallraff immer 
wieder für Diskussionen. Jetzt erregt er erneut Aufsehen mit einer 
TV-Reportage über die Arbeits- und Hygienebedingungen in einigen 
Burger-King-Filialen.

Brigitte Heinisch (Altenpflegerin, die 2007 den "Internationalen 
Whistleblower-Preis" erhielt)
Als sie öffentlich die unzureichende Pflege Hilfebedürftiger in einem
Berliner Altenheim anprangerte, wurde Brigitte Heinisch fristlos 
entlassen. Während deutsche Arbeitsgerichte das Urteil bestätigten, 
sah der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die 
Meinungsfreiheit und das öffentliche Interesse an Information nicht 
ausreichend berücksichtigt. 
 
Dr. Hanna Ziegert (forensische Psychiaterin)
Bei einigen Vertretern der bayerischen Justiz gilt Hanna Ziegert als 
"Nestbeschmutzerin". Andere teilen ihre Kritik an der aus ihrer Sicht
zu engen Zusammenarbeit von Gutachtern und Gerichten im Fall Mollath,
die sie im August 2013 bei "Beckmann" äußerte. Obwohl die 
Psychiaterin Aufträge entzogen bekam, bleibt sie bei ihrer Haltung.

Gerhart Baum (Ex-Bundesinnenminister, FDP)
Er zählt zu den schärfsten Kritikern der Datensammelwut von 
Geheimdiensten. Der Rechtsanwalt und frühere Bundesinnenminister 
Gerhart Baum fordert mehr Schutz für Whistleblower. 

Redaktion: Franziska Kischkat

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