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Das Erste: "Menschen bei Maischberger" am Dienstag, 13. November 2007, 22.45 Uhr

    München (ots) - Thema: Angriff der Gottlosen: Vergiftet Religion die Welt?

    Gäste: Janosch (Kinderbuchautor) Schwester Jordana (Nonne) Peter Scholl-Latour (Journalist) Horst Herrmann (Religionssoziologe und Kirchenkritiker) Matthias Matussek (Kulturchef des "Spiegel") Hans Küng (Theologieprofessor, einstiger Weggefährte von Joseph Ratzinger)

    Janosch "Katholisch geboren worden zu sein, ist der größte Unfall meines Lebens", sagt der religionskritische Kinderbuchautor. Schon als Kind hätte ihn die Lehre von der Erbsünde verschreckt. Janosch, Mitglied im Beirat der "Giordano Bruno Stiftung" für Konfessionslose, erregte zuletzt mit seinen religionskritischen Zeichnungen Aufsehen.

    Schwester Jordana "Religion ist für mich untrennbar mit dem Dasein für Menschen verbunden", sagt die Schwalmtaler Dominikanerin und Sprecherin des "Wort zum Sonntag" (ARD). Mit 21 Jahren legte die Kinderkrankenschwester aus Grevenbroich ihr Ordensgelübde ab. Heute erlebt sie Gott "als etwas sehr viel Beständigeres als jeden Menschen".

    Peter Scholl-Latour Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor ist streng gläubig und betet täglich. Scholl-Latour bedauert, dass sich die katholische Kirche in vielen Bereichen zu stark modernisiert habe. Der politische und gesellschaftliche Einfluss der Religion indes sei stark wie nie. Der Journalist ist überzeugt: "In den USA wird eher eine Frau, ein Homosexueller oder ein Schwarzer Präsident als ein Atheist."

    Horst Herrmann "Der Katholizismus ist die infantilste Religion, weil sie ihren Schafen das Denken verbietet", sagt der Religionssoziologe. 1970 wurde Horst Herrmann als jüngster katholischer Theologieprofessor an die Universität Münster berufen. Nach schweren Auseinandersetzungen mit der Kirche entzog man dem Priester und Kardinalsanwärter 1975 die Lehrerlaubnis. 1981 trat er aus der Kirche aus.

    Matthias Matussek "Unter den Deutschen gibt es eine Renaissance des religiösen Gefühls", glaubt der Kulturchef des "Spiegel". Matthias Matussek, selbst Katholik und Kirchgänger, ist überzeugt, "dass jede Gesellschaft einen Glaubenskern hat, der geschützt werden muss. Gesellschaften, die ihn verloren haben, sind debil."

    Hans Küng Der Tübinger Theologe und frühere Weggefährte von Joseph Ratzinger, des heutigen Papstes Benedikt XVI., zählt zu den schärfsten Kritikern der katholischen Kirche. Er stellt die Allmacht der Päpste in Frage und plädiert für die Priesterweihe von Frauen sowie die Abschaffung des Zölibats. Vor 25 Jahren entzog ihm der Vatikan die Lehrerlaubnis. Küng blieb Katholik: "Einen besseren Weg als den von Jesus habe ich nicht gefunden."

    "Menschen bei Maischberger" ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit der Pro GmbH und Vincent Berlin GmbH. (Redaktion: Carsten Wiese)

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