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Neue Presse Hannover: Braunkohle/Lobby am Tisch

Hannover (ots) - Erinnern Sie sich noch an den sauren Regen, das Baumsterben in vielen Wäldern? Verantwortlich dafür waren die umweltvergiftenden Kraftwerk-Dreckschleudern der DDR, befeuert mit heimischer Braunkohle. Die Energiewende sollte die Klimakiller eigentlich zurückdrängen, doch das Gegenteil ist der Fall: Im vergangenen Jahr erreichte die Stromproduktion aus Braunkohle in Deutschland den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Ein Viertel des hierzulande verbrauchten Stroms stammt aus Braunkohlekraftwerken. Zwar sind sie heute moderner als zu DDR-Zeiten, Klimakiller aber sind sie noch immer, der CO2-Ausstoß ist fast dreimal so hoch wie bei einem Gaskraftwerk. Doch Erdgas ist teuer, der dreckige Brennstoff aus dem landschaftsvernichtenden Tagebau ist günstig. Das liegt auch daran, dass Verschmutzungsrechte im europäischen Emissionsrechtehandel so billig geworden sind, dass ausgerechnet das Instrument, mit dem die EU gegensteuern wollte, faktisch wirkungslos geworden ist. Eine Reform, die CO2-Schleudern wieder teuer gemacht hätte, scheiterte im vergangenen Jahr knapp im Europaparlament. Auch in Deutschland wird der ökologisch widersinnige Kurs fortgesetzt. Bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin saß die Braunkohlelobby mit am Tisch. Die SPD-Ministerpräsidenten der Tagebauländer Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, Hannelore Kraft und Dietmar Woidke, sorgten im Verein mit der Bergbau- und Kraftwerker-Gewerkschaft IG BCE dafür, dass Braunkohlekraftwerke als "unverzichtbar" im Koalitionsvertrag stehen. Eine überzeugende Energiewende sieht anders aus. Hoffentlich hat wenigstens das nächste EU-Parlament mehr Mut, der Klimakillerlobby die Schornsteine abzudichten.

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Dirk Racke
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