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Börsen-Bericht: Weitere Stabilisierung an den Aktienmärkten

    Frankfurt/M. (ots) - Am deutschen Aktienmarkt kam es in dieser
Woche zu weiteren Kursgewinnen, wobei der Aufwärtstrend in erster
Linie von Technologiewerten getragen wurde. Impulse gaben vor allem
die positiven Vorgaben der Nasdaq, die von der Hoffnung auf eine
Konjunkturbelebung im weiteren Jahresverlauf in den USA profitiert.
Im Gegensatz dazu verzeichnete der ifo-Geschäftsklima-Index abermals
einen unerwartet starken Rückgang. Dies sowie ein geringer Anstieg
des Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal um 0,4% zeigen, dass die
Wachstumsrisiken derzeit groß sind. Insgesamt hat der deutsche
Aktienmarkt im internationalen Vergleich an relativer Stärke
verloren. Ein ähnliches Bild zeigt der Euro, der in Reaktion auf die
über 3% gestiegene Inflationsrate im Mai weiter auf 0,86 Euro
gefallen ist.
    
    Aus dem Unternehmenssektor gab es zuletzt gemischte Aussagen zur
laufenden Geschäftsentwicklung. MAN ist mit dem ersten Quartal
unzufrieden und rechnet mit einem stärkeren Gewinnrückgang im
Gesamtjahr. Infineon schließt einen Verlust für das dritte Quartal
nicht aus. Die Zahlen bei Telekom waren dagegen "in line". Und Wella
erzielte einen Gewinnschub von 39% in den ersten drei Monaten, der zu
neuen historischen Höchstständen der Aktie führte. Bewegung kam durch
die Neuordnung der MSCI-Börsenbarometer in die Märkte. Der Anteil
deutscher Titel wird sich in den großen länderübergreifenden
Aktienindizes deutlich verringern. Einzelne Aktien wie z.B. Aixtron
konnten jedoch von der Neuaufnahme profitieren. Wenn auch der DAX die
wichtige Widerstandsmarke von 6300 Punkten noch nicht überwunden hat,
sollten die weltweiten monetären Impulse ihre Wirkung nicht verfehlen
und dem Markt weiter Auftrieb verleihen. Die Commerzbank empfiehlt
daher Käufe in ausgewählten Titeln. Hierzu zählen Bayer, Linde,
Siemens und für risikofreudige Investoren die zwei Neue Markt-Titel
LPKF und Qiagen.
    
    Die stark anziehende Inflationsrate auf 3,5% bereitet der EZB
erhebliche Sorgen und verunsichert die Teilnehmer an den
Rentenmärkten. Weitere Leitzinssenkungen sind zunächst wohl nicht zu
erwarten, obwohl sie aber zur Stimulierung der Konjunktur dringend
nötig wären. Daher sind weiter rückläufige Geldmarktzinsen zur Zeit
nicht zu erwarten. Am langen Ende der Zinsstrukturkurve werden die
Renditen zunächst über der fünf Prozent-Marke verharren. Die
Commerzbank empfiehlt deshalb, festverzinsliche Wertpapiere im
Laufzeitenbereich von drei bis fünf Jahren zu bevorzugen. Pfandbriefe
und Unternehmensanleihen mit guter Bonität sollten dabei favorisiert
werden.
    
    
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