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RNZ: Ängste - Kommentar zu Organspende

Heidelberg (ots) - Es ist so ähnlich wie beim Geld: Wer spendet, will einigermaßen Gewissheit, dass die Gabe auch bei Bedürftigen ankommt. Dieses Vertrauen ist verloren gegangen, weil einige Ärzte ihre Patienten "bedürftiger" gemacht haben, als sie es eigentlich waren. Der Unterschied ist: Der Spender kann nicht anderswo sinnvoller spenden. Er hat auch von dem zu spendenden Wert nichts mehr. Es spricht eigentlich nichts dagegen, dennoch zu spenden, auch wenn die Hilfe womöglich nicht optimal ankommt. Denn die Alternative wäre - gar nicht zu helfen. Das ist der rationale Aspekt. Der emotionale ist: Wenn auf der Empfängerseite gepfuscht wurde, wie sieht es auf der Geberseite aus? Wird der Träger des Spenderausweises noch als Patient gesehen - oder nur als Ersatzteillager? Diese Ängste auszumerzen wird noch lange dauern.

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