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RNZ: "Druck bleibt" - Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) zu Krankenkassenbeiträgen

Heidelberg (ots) - Als sozial gerecht gehen die Reformpläne der Großen Koalition für das Gesundheitswesen nur auf den ersten Blick durch: Die Zusatzbeiträge für die Krankenkassen künftig prozentual vom Einkommen zu erheben, stellt zwar einen Schritt in die richtige Richtung dar. Die Pauschalen belasteten übermäßig die kleinen Einkommen. Doch diese Reförmchen ist nur eine kleine Schönheitsreparatur.

In der Gesamtschau wird der Arbeitnehmer von Union und SPD vorerst alleingelassen. Denn auch wenn derzeitige Berechnungen sehr spekulativ sind, die monatliche Zusatzbeiträge von rund 40 Euro voraussagen wollen: Die Tendenz ist eindeutig, dass das gesamte Gesundheitssystem immer mehr Geld brauchen wird. Die Kostensteigerungen lasten jedoch, das ist Teil des Koalitionsvertrags, allein auf den Schultern der Versicherten; die Arbeitgeberbeiträge werden fixiert.

Die prozentuale Umrechnung könnte vorerst die Flucht aus teuren Kassen verhindern - weil durch sie konkrete Kosten verschleiert werden. Durch die Reform wird damit jedoch nur vordergründig ein wenig Druck aus dem System genommen. Das Grundproblem der steigenden Kosten bleibt, es lässt sich nicht aussitzen. Bislang hat sich der neue Gesundheitsminister Hermann Gröhe nicht zu seinen Vorhaben geäußert. Eine echte Reform - das wäre ein gelungener Einstand.

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