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RNZ: Folgen der Flut - Kommentar zu Pakistan

Heidelberg (ots) - Es ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe, die sich derzeit im Nordwesten Pakistans abspielt. Auch die politischen Folgen der Flut könnten verheerend sein. Pakistan taumelt seit Jahren von einer Krise zur nächsten. Die Wirtschaft liegt am Boden, der religiöse Extremismus nimmt zu und schon vor der Flut sorgten zahlreiche Selbstmorde verarmter Familien für Aufsehen. Die Regierung gilt als korrupt und unfähig und hat in weiten Teilen des Landes jeglichen Kredit verspielt. Auch in der jetzigen Krisensituation agiert der unbeliebte Staatschef Zardari unglücklich. Die Wassermassen könnten daher der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Dass die bislang einzige islamische Atommacht im Chaos versinkt, darf dem Westen jedoch ebenso wenig egal sein, wie das menschliche Leid, das die Flutkatastrophe hinterlässt. Effektive und umfassende Hilfe für die Opfer sollte daher nun oberste Priorität haben - auch bei privaten Spendern, die sich aus verständlichen Gründen bislang zurückhalten. Der Westen kann seine vielbeschworene Solidarität mit Pakistan nun unter Beweis stellen. Zumal die reichen islamischen "Bruderstaaten" diese Solidarität bislang vermissen lassen. Wenn für Afghanistan gilt, dass über unsere Freiheit dort entschieden wird, gilt dies für Pakistan erst recht. Nur, dass dort nicht Waffen, sondern Hilfsgüter entscheidend sind.

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