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RNZ: Ein toter Held

Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel

Folgt man dem gesunden Menschenverstand, der eben stärker das Herz als die Logik berücksichtigt, so kann die Juristerei manchmal unerträglich sein. Der "Held von Solln", Dominik Brunner, starb, weil er vier Schülern half, die von zwei Heranwachsenden bedroht worden waren. Die Anwälte der Täter, die Brunner 22 schwere und 22 weitere Verletzungen zufügten, sind jedoch dabei, aus dem Helden einen Angreifer zu machen und aus dem Angreifer einen kranken Mann, der sich übernommen hat. Denn seit Samstag ist bekannt, dass Brunner ein zu großes Herz hatte - das aber im doppelten Sinn! -, und dass er nicht an den unsäglichen Tritten gegen und auf seinen Kopf starb, sondern an Herzversagen. Heute wird der S-Bahn-Fahrer aussagen, womöglich wird er bestätigen, dass Brunner - aus Angst - zuerst zuschlug. Doch all das ändert nichts an der Schuld der Täter. Fakt bleibt: Brunner ist tot. Er würde leben, hätte ihm das Duo nicht die Tritte zugefügt. Ob das nun via Herzversagen zum Tode führte oder direkt durch einen eingetretenen Schädel - ist egal. Jedoch nicht für die Straffindung. Aus dem Mordvorwurf könnte eine Körperverletzung mit Todesfolge werden. Darauf stehen mindestens drei Jahre Haft. Und auf Zivilcourage? Die Verhöhnung.

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