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RNZ: Wer einmal lügt

Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel

Walter Mixa ist untragbar geworden. Für die katholische Kirche. Und für die Bundeswehrsoldaten als militärischer Seelsorger. Nicht nur, weil er Kinder geschlagen hat - was damals bis zu einem gewissen Maß gang und gäbe war. Sondern aus zwei weiteren Gründen: Mixa hat die Schläge, die nach eidesstattlichen Aussagen der Opfer sehr brutal ausgefallen sein sollen, erst verspätet eingestanden. Er nennt sie "Watschn" - ein verharmlosender Begriff. Aber er räumt eben zugleich ein, nicht gleich die ganze Wahrheit kund getan zu haben. Und wer einmal lügt . . . Genau hier kommt der zweite Grund zum Tragen. Mixa hat mutmaßlich Stiftungsgelder veruntreut. Er hat "Kunstwerke" im großen Stil weit über Wert gekauft, er hat Zigtausende ausgegeben, ohne dafür heute eine Rechnung vorlegen zu können. Das nennt man Veruntreuung. Mag Mixa nun behaupten, alles sei so nicht gewesen. Seine erste Lüge hängt ihm nach. Und sollte sich nach dem Schema von Mixas Ohrfeigen-Bekenntnis herausstellen, er habe zwar nicht Zigtausende, aber immerhin etwas Geld veruntreut - er müsste dann trotzdem sein Amt aufgeben. Mixa sollte die Brücke begehen, die ihm angeboten wurde - und die innere Einkehr suchen.

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