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RNZ: Und der Iran?

    Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel Unbegreiflich, aber wahr: Die Mörder leben immer noch unter uns. Zwar handelt es sich nicht um die ganz großen Namen unter den NS-Kriegsverbrechern, aber die Justiz schützt eben nach wie vor länderübergreifend Mörder und ihre Helfershelfer. Das Verfahren gegen John Demjanjuk zeigt aufs Bitterste, wie schwierig es ist, 65 Jahre nach Kriegsende Verbrechen von damals gerichtsfest zu dokumentieren. Das ist die eine Seite, die Israels Präsident Schimon Peres in seiner wahrlich großen Rede vor dem Deutschen Bundestag ansprach: Bringt die letzten noch lebenden NS-Verbrecher vor Gericht! Eine gute, eine gerechte Forderung. Aber Atteste und nicht erinnerungsfeste Zeugen machen Sühne äußerst schwierig. Noch wichtiger als die Bestrafung ist ohnehin das "Nie wieder!", das Peres den Deutschen entgegenschleudert. Wobei sich die Frage stellt, an welchem Punkt das "Nie wieder!" heute beginnt? Für Israel mit Achmadinedschads Hassreden und dem iranischen Atomprogramm. Doch obwohl Teheran den Konflikt gezielt schürt, begleiten nicht einmal die USA bedingungslos die derzeitige israelische Nahostpolitik. Das "Nie wieder!" ist eben zuallererst eine Floskel - genau darauf setzt der offizielle Iran. Und stürzt die Nahost-Region in ein Dilemma.

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