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RNZ: An einem Strang - Kommentar zur Wahl in Afghanistan

Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Die Beschwerdekommission zur Wahl in Afghanistan hat das Schlimmste verhindert. Sie hat Präsident Hamid Karsai - aufgrund des offensichtlichen Wahlbetrugs - den Sieg im ersten Durchgang verwehrt. Wäre die absolute Mehrheit für den Amtsinhaber anerkannt worden, hätte dies nicht nur das Vertrauen der Afghanen in ihre Regierung erschüttert - sondern in die Demokratie insgesamt. Der Mut all jener, die den Drohungen der Taliban getrotzt und sich an die Wahlurnen getraut haben, wäre umsonst gewesen. Auch der Westen ist zunächst vom Dilemma befreit, den Wahlbetrug entweder zu ignorieren oder die Zusammenarbeit mit den afghanischen Behörden aufs Spiel zu setzen. Eine Stichwahl indes würde das Problem nur vertagen. Neue Betrugsvorwürfe und eine Spaltung der Bevölkerung wären die wahrscheinliche Folge. Daher sollten sich Karsai und Abdullah zusammenraufen. Mit den Anhängern Abdullahs im Rücken wäre die Regierung Karsai weniger auf ihre Wahlallianzen angewiesen - was die Bekämpfung der Korruption erleichtern würde. Zudem müssen die gegen die Taliban gerichteten Kräfte am Hindukusch an einem Strang ziehen, wenn sie den wieder erstarkenden Islamisten Paroli bieten wollen. Pressekontakt: Rhein-Neckar-Zeitung Manfred Fritz Telefon: +49 (06221) 519-0 Original-Content von: Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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