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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Papstreise

    Heidelberg (ots) - Als Pilger im größten politischen Minenfeld ist der deutsche Papst seit gestern in Nahost unterwegs. Und schon eine missverständliche Bemerkung in einer seiner 28 geplanten Reden zwischen Amman und Nazareth kann die Mission scheitern lassen. Der Papst hat aber auch persönliche Altlasten im Gepäck: Seine sophistische Abrechnung mit den gewalttätigen Aspekten des Islams in Regenburg ist in der muslimischen Welt noch nicht vergessen. Und in Israel hat der Umgang mit dem Fall Williamson nachhaltig irritiert. Wenn seine Reise durch die vulnerabelste Region der Weltgeschichte nicht nur ein paar Bilder generieren soll, kann Benedikt nicht nur sprechen, ohne etwas zu sagen. Er muss das Vertrauen der Juden suchen, ohne die muslimischen Interessen zu verletzen. Er müsste "politisch" werden, ohne das Geschäft der Politiker zu betreiben. Und das in einer Zeit, deren Umstände wenig Hoffnung für die Rückkehr zum Friedensprozess zulassen. Vielleicht ist die Reise, und dass sie zustande kam, schon das Ziel. Der Nahe Osten lehrt Minimalismus.

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