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RNZ: Rhein-Neckar-zeitung, Heidelberg, zu: Sinn

    Heidelberg (ots) - Über alles lässt sich trefflich streiten - über den Geiz und die Gier, über die Verantwortung der Finanzindustrie und die Mitschuld der Anleger. Auch das Berliner Rettungspaket, das nicht greifen will, ist besseren Argumenten zugänglich. Aber der Reflex, mit dem der Chef des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, die Manager gegen berechtigte Kritik in Schutz genommen und sie zu den Juden der Finanzkrise gemacht hat, war sozusagen systemimmanent,  war falsch und grobschlächtig. Sinn und Unsinn ganz nah beieinander. Der Wirtschaftsprofessor, der uns bei vielen Auftritten seine einseitige Sicht der Finanzwelt nahegebracht hat, hat sich bei der jüdischen Gemeinschaft für seinen empörenden Vergleich entschuldigt. Damit sollte es gut sein. Aber geschadet hat er sich trotzdem. Die Sinns dieser Welt haben einen erheblichen Teil ihrer  ökonomischen Deutungshoheit durch das historische Desaster des Raubtierkapitalismus verloren. Und das ist gut so.

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