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RNZ: Kims Bombe

    Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Das Atomprogramm seines Landes ist für Nordkoreas Diktator Kim Jong Il überlebenswichtig. Nicht aus militärischen Gründen - sondern als Verhandlungsmasse im Poker mit den Weltmächten. Die nun erfolgte teilweise Offenlegung - verbunden mit der symbolischen Sprengung eines Reaktorkühlturms - ist daher wohl nur ein erster Schritt auf dem Weg zur atomaren Abrüstung. Der letzte stalinistische Machthaber dürfte auch weiterhin über die Möglichkeiten verfügen, Nuklearwaffen herzustellen. Für deren Aufgabe wird er den Preis in künftigen Verhandlungen noch weiter in die Höhe treiben - sofern er sich überhaupt an  die Vereinbarungen hält. Es erstaunt daher, dass sich die USA mit dem vergleichsweise geringen Entgegenkommen zufrieden zeigen und Nordkorea von der Liste der Schurkenstaaten streichen. Dies mag auch daran liegen, dass George W. Bush zum Ende seiner Amtszeit wenigstens eine Krise beilegen möchte - sei es auch nur auf dem Papier. Schließlich hat die Regierung Bush es mit zu verschulden, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Sie hat den Dialog mit Nordkorea abgebrochen und das Land weiter in die Isolation getrieben. In der Kims Militär - womöglich mit Hilfe Pakistans - in aller Ruhe an der Bombe arbeiten konnte.

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