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RNZ: Wegweiser

    Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Der jüngste OECD-Bericht könnte den Deutschen durchaus Anlass zum Optimismus geben. Denn die Experten der Wirtschafts-Organisation sagen  nicht nur ein höheres Wirtschaftswachstum voraus, als die Bundesregierung veranschlagt hat. Sie bescheinigen Deutschland auch, auf dem richtigen Weg zu sein - es müsse diesen nur weiterhin mutig beschreiten. Genau danach sieht es allerdings nicht aus. Denn die große Koalition hat längst auf dem Absatz kehrt gemacht. Auch viele Pläne der Parteien  - wie etwa der Mindestlohn oder das Betreuungsgeld - stoßen auf das Missfallen der OECD. Die größten Defizite aber weist nach wie vor das Bildungssystem auf. Wie ein Mantra wiederholen die Experten in jedem Bericht ihre Kritikpunkte: Zu frühe Selektion der Schüler, zu starke Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft, zu geringe Akademikerquote. Natürlich lassen sich diese Probleme nicht über Nacht beheben. Doch die Mehrzahl der Bildungspolitiker hierzulande weigert sich aus ideologischen Gründen, über eine grundlegende Reform des Schulsystems  nachzudenken. Dabei findet die Abstimmung längst mit den Füßen statt: Viele Gesamtschulen können sich vor Anmeldungen kaum retten, Hauptschulen schließen mangels Schülern. Die Politik sollte diesen Wandel  gestalten, anstatt die Augen vor den Tatsachen zu verschließen.

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