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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Eklat beim SC Paderborn

Bielefeld (ots) - Der SC Paderborn ist nicht mehr der viel bestaunte Sensationsaufsteiger, nicht mehr einer der außergewöhnlichsten Tabellenführer, die es in der Bundesliga jemals gab, nicht mehr der aufmüpfige Klein-Club, der sich mit allem, was er hatte, gegen den Abstieg stemmte. Er hat jetzt andere Anstrengungen unternommen. Erstens: Wie schafft man es zur Skandalnudel? Zweitens: Wie versucht man so etwas wieder aus der Welt zu bringen?

Der SCP entschied sich dazu, Spieler Nick Proschwitz zu entsorgen, den sportlichen Leiter Michael Born und den Cheftrainer Stefan Effenberg jedoch aus der Sache herauszuhalten. Dabei sind die beiden in Positionen, die es auch verlangen, sich um das öffentliche Erscheinungsbild und das Auftreten ihrer Mannschaft zu kümmern. Mit ihren Angaben und Alibis gab sich Präsident Wilfried Finke nach Stunden zufrieden.

Dabei hatte zur Vorbereitung auf den Abstiegskampf des bis in die Niederungen der zweiten Liga durchgereichten Vereins eine fröhliche Veranstaltung im Trainingslager gehört, von dem sich außer Blumentöpfen zumindest noch Hotelgäste belästigt fühlten. In dem Fünf-Sterne-Haus in Belek hinterließ der SCP-Tross eine Visitenkarte, die er besser gar nicht erst verteilt hätte.

Es steht auch ein Name darauf, den die Paderborner gestern selbst entfernt haben. Mag ein gewisser Alkoholpegel auch die Hemmschwelle signifikant senken und die Toleranzgrenze bei Fußballmannschaften auf Ballermann-Niveau anzusiedeln sein, so hätte Proschwitz besser daran getan, auf dem Platz zu zeigen, dass der SCP die Hosen an hat. Stattdessen fielen sie. Abgesehen vom Rauswurf und seifigen Herrenwitzen wird ihm das nicht viel mehr eintragen.

Was nun Teile eines professionellen Teams nach der Tageswende woanders zu suchen haben als auf den Zimmern, mag man unterschiedlich beurteilen. Offenbar bevorzugen die sportliche Leitung und der Cheftrainer in diesem Punkt eine elastische Leine. Ausgang bis um 1 Uhr - soll sogar üblich sein am Abschiedsabend. Nur wäre es aber nach der offenbar aus dem Ruder gelaufenen Teamfeier drei Tage zuvor höchste Zeit gewesen, sich zu zügeln. Eine entsprechende Anweisung des Führungspersonals wurde entweder nicht deutlich genug erteilt oder stieß auf taube Ohren. Um Erfindungen handelt es sich bei den Vorkommnissen nicht. Warum sonst wäre es zum Gespräch gekommen zwischen Hotel-Management, Organisator und Verein? Auch war es so, dass Manager Born einiges unternahm, die Dinge unter den türkischen Teppich zu kehren. Alles Kinderkram? Wie bitte?

Indirekt hat sich Präsident Finke zumindest den Trainer dann doch noch vorgenommen und ihn dazu verdonnert, in der Rückrunde liefern zu müssen. Aber nicht nur Stefan Effenberg ist angezählt, sondern der ganze SC Paderborn.

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