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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Kleinen Waffenschein

Bielefeld (ots) - Dass immer mehr Menschen auch in OWL zu den Waffen greifen, weil sie glauben, sich dadurch besser schützen zu können, ist nur Symptom einer viel tiefergreifenden Veränderung. Zu dieser gehört auch die Bildung von Bürgerwehren, die zurzeit in vielen Städten von sich reden machen. Viele Menschen vertrauen schlichtweg nicht mehr auf das Gewaltmonopol des Staates. Sie zweifeln an der Handlungsfähigkeit und Durchschlagskraft der Polizei, Übergriffe auf offener Straße verhindern zu können. Und das rüttelt an den Grundfesten der Demokratie.

Da spielt es offenbar auch keine Rolle, dass die Straßenkriminalität in vielen Regionen laut Statistik gar nicht zugenommen hat. Wie einschneidend dabei die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln waren, zeigt sie Tatsache, dass erst danach die Zahl der Anträge auf einen Kleinen Waffenschein in die Höhe geschossen ist. Die nur häppchenweise bekannt gewordenen Fakten, eine vollkommen verunglückte Pressepolitik der Polizeiführung und das Abwiegeln von NRW-Innenminister Ralf Jäger tun ein Übriges.

Noch geht es nur um vergleichsweise harmlose Waffen. Aber vielleicht ist die aktuelle Entwicklung nur ein erster Schritt hin zu Verhältnissen, wie wir sie in Deutschland bislang nicht für möglich gehalten haben.

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