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Westfalen-Blatt: zum Yuan

Bielefeld (ots) - Betrachtet man Chinas Rolle als Motor der Weltwirtschaft, seine Bedeutung als drittgrößte Exportnation knapp hinter den USA und den riesigen Verbrauchermarkt, dann kann es an Verständnis für Pekings Anspruch nicht fehlen, in Währungsfragen gleichberechtigt neben anderen großen Industrienationen zu stehen. Auch dass die chinesische Zentralbank jetzt den Wert des Yuan mehrfach politisch korrigierte, um dem stolpernden Export auf die Beine zu helfen, fällt nicht total aus dem Rahmen. Beispielsweise hat Italien jahrzehntelang nichts anderes gemacht, als seine Währung, die Lira, zu verbilligen, um die Ausfuhren zu erleichtern. Ähnlich argumentieren auch die Befürworter eines Grexit: Wenn Griechenland zu einer Währung mit geringem Wert zurückkehre, werde dies seiner Tourismusindustrie und dem Export gut tun. Selbst die USA nutzen den Dollar, um Wirtschaftspolitik zu machen. Null Zins hält seit langem den Dollarkurs niedrig. Und der Euro? Notenbankpräsident Mario Draghi konterkariert seit Amtsantritt das ursprüngliche Ziel, die EZB von politischer Einflussnahme frei zu halten. Kurzum: Es gibt Argumente, den Ritterschlag des Yuan als internationale Reservewährung zu verschieben. Langfristig kann und will der IWF einen solchen Kurs aber nicht.

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