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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Til Schweigers Flüchtlingsheim

Bielefeld (ots) - Wenn sich Prominente in staatliche Aufgaben einmischen und diese teilweise übernehmen wollen, ist Vorsicht geboten. Will Til Schweiger mit seiner Flüchtlingsunterkunft scheitern, wie Popsängerin Nena mit ihrer Schule in Hamburg gescheitert ist?

Natürlich ist es nicht »sein« Asylbewerberheim. Aber wenn sich eine populäre Person vom Schlage des Schauspielers in der hochsensiblen Flüchtlingsproblematik so weit vorwagt, dann kann er damit öffentlichen Druck erzeugen und beinahe vollendete Tatsachen schaffen.

Til Schweigers privates Engagement ginge, was den Betrieb einer Unterkunft für Flüchtlinge betrifft, zu weit. Das scheinen seine Geschäftspartner erkannt zu haben und rudern verbal zurück. Nach den Hasstexten gegen Flüchtlinge auf seiner Facebook-Seite will der Filmstar ein Zeichen setzen. Das ist verständlich.

Dazu muss Til Schweiger aber keine ehemalige Kaserne erwerben und kein Vorzeige-Flüchtlingsheim einrichten. Damit würde er das Gegenteil erreichen: Eine Unterkunft, die mit seinem Namen in Verbindung gebracht wird, könnte nur unter dem Brennglas der Öffentlichkeit betrieben werden. Jedes Handgemenge oder jedes schlechte Mittagessen fände sich in den Medien wieder - samt der Flüchtlinge.

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