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Westfalen-Blatt: zum Organspende-Urteil

Bielefeld (ots) - Ein solches Urteil haben die Organspende-Verfechter gerade noch gebraucht. Mühsam kämpfen sie für ein besseres Image der Transplantationsbranche. Doch wenn der Bürger das Gefühl bekommt, dass unerträgliche Machenschaften wie die des früheren Leiters der Göttinger Transplantationsmedizin nicht geahndet werden, können sich die Verfechter noch so sehr anstrengen. Dann wird die Skepsis gegenüber Organspenden nicht weniger. Das hat fatale Folgen. Der Vergleich des Richters, dass ein Einbrecher auch nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn der Hausbesitzer während des Einbruchs die Treppe herunterfällt, ist Hohn. Denn bei diesem Beispiel gibt es kein direktes Eingreifen. Der Mediziner hat aber eingegriffen - vollkommen bewusst. Er verschlimmerte die Diagnosen seiner Patienten auf dem Papier und sorgte so dafür, dass andere Erkrankte hinter ihnen auf der Liste landeten. Er stellte sich über das Schicksal. Wenn der Skandal ein Gutes hat, dann die Botschaft, dass Manipulationen wie in Göttingen seitdem klar unter Strafe stehen. Auch wenn weiterhin die Richtlinien bei der Vergabe von Organen undurchsichtig sind. Hier muss nachgebessert werden. Es bleibt viel zu tun, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

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