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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Schweigepflicht-Debatte

Bielefeld (ots) - Noch liegen viele Details der Tragödie um Flug 4U9525 im Dunkeln, da wird eine typisch deutsche Debatte eröffnet: Soll die ärztliche Schweigepflicht gelockert werden, damit mögliche Wahntäter im Cockpit frühzeitig aus dem Verkehr gezogen werden können? Wer - wie der CDU-Politiker Dirk Fischer - so fragt, offenbart Unkenntnis der Rechtslage. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Copilot von Flug 4U9525 vor seiner Berufskarriere als selbstmordgefährdet galt, wie gestern bekanntwurde. Schon heute haben Ärzte das Recht, ungestraft die Behörden zu informieren, wenn erhebliche Gefährdungen zu befürchten sind. Das gilt beispielsweise auch für den Kinderarzt, der blaue Flecken bei einem Patienten entdeckt und das auf Misshandlung zurückführt. Der Anruf beim Jugendamt ist gesetzlich gedeckt, erfordert aber Zivilcourage. Die lässt sich gesetzlich nun einmal nicht erzwingen. Angesichts der furchtbaren Bilder vom Absturzort und des unendlichen Leids der Angehörigen sollte sich zunächst die Politik selbst eine Schweigepflicht auferlegen - zumindest, bis die Fakten auf dem Tisch liegen.

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