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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Pflegereform

Bielefeld (ots) - Pflegende Angehörige sind über Jahrzehnte alleine gelassen worden. Ihre Leistung versickerte im Bereich der Selbstverständlichkeit. Hier setzt die Pflegereform an. Eine bezahlte Auszeit zur Organisation von Pflege und ein Rechtsanspruch auf Pflegezeit sind der erste Schritt, um bisherige Defizite abzumildern. Der jetzige Beschluss hilft einer anderen Gruppe hingegen nur bedingt: Demenzkranke sollen zwar ohne Pflegestufe Zugang zu ambulanten Leistungen erhalten. Doch das kann nur der Anfang sein. Erst wenn die Politik es schafft, ein nachvollziehbares Verfahren zur Begutachtung von Demenzpatienten zu schaffen, kann von Erfolg gesprochen werden. Es ist ein Unding, dass zahlreiche Betroffene keine Pflegestufe erhalten, weil sie noch zu viel können. Das bisherige System begutachtet nur, wie viel Hilfe im Alltag nötig ist - vom Anziehen bis zum Toilettengang. Demente Menschen können vieles oft noch und fallen somit durch das Raster, obwohl sie im Alltag an anderer Stelle auf Unterstützung angewiesen sind. Diesen Missstand muss der Gesetzgeber beheben. Er hat es für 2015 angekündigt. Doch nur Taten zählen.

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