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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Desertec

Bielefeld (ots) - Ist das der Anfang vom Ende einer kühnen Vision? Immer mehr Gesellschafter verlassen das Projekt Wüstenstrom der Dii, besser bekannt unter dem Namen Desertec. Zu groß sind die Differenzen über die Strategie zwischen den Beteiligten: den Umweltverbänden, der Industrie und den Geldgebern. Weil die Planungen nun seit gut zehn Jahren andauern und nennenswerte Fortschritte kaum erkennbar sind, macht sich Ernüchterung breit. Konzerne wie Siemens und Bosch sind schon seit längerem nicht mehr dabei. Wenn Millionen buchstäblich in den Sand gesetzt werden, bröckelt der Rückhalt. Kritiker von Desertec sehen sich ohnehin in ihrer Meinung bestätigt, das Projekt sei von Anfang an ein Wunschtraum gewesen, die politischen Hürden in afrikanischen Krisenländern sowie die technischen Herausforderungen des Stromtransfers durch etliche Länder und das Mittelmeer von Anfang an zu groß. Hinzu kommt, dass Europa den Strom aus der Wüste angesichts der zumindest in Deutschland rasch vorangetriebenen Energiewende vielleicht gar nicht mehr benötigt. Eine an sich gute Idee wird von der Wirklichkeit jäh ausgebremst.

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