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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Israels Weigerung, Entwicklungshilfeminister Niebel in den Gaza-Streifen einreisen zu lassen

Bielefeld (ots) - Kaum ein anderes Land pflegt eine so belastbare Freundschaft zu Israel wie die Bundesrepublik. Dass Israel trotzdem Deutschland brüskiert, indem es Entwicklungshilfeminister Niebel die Einreise in den Gazastreifen verwehrt, zeigt erneut: Wenn das Land seine Interessen berührt sieht, nimmt es keinerlei Rücksicht, ganz gleich auf wen. »Augen zu und durch« scheint die Marschrichtung Jerusalems zu sein. Und selbst leise Kritik der Schutzmacht USA, wie sie nach dem völkerrechtlich umstrittenen Angriff auf den Schiffskonvoi im Mai zu hören war, scheint abzuprallen. Natürlich muss sich Israel wehren, wenn es aus dem Gazastreifen heraus beschossen wird. Doch die Reaktion, den Landstrich zu isolieren, spielt der Hamas in die Hände. Weil unter dem Embargo nicht nur die Radikalen leiden, sondern alle 1,5 Millionen Einwohner. Dirk Niebel wollte ein Klärwerk besichtigen, das mit deutschem Geld gebaut wird. Seine Abweisung mit der Begründung, der Besuch könne von der Hamas für Propaganda genutzt werden, lässt an der Ernsthaftigkeit der Israelis zweifeln, die Lage in Gaza entspannen zu wollen.

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