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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu Heinrich Boere

    Bielefeld (ots) - Ein 88 Jahre alter Mann, der im Rollstuhl sitzt, ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Muss das sein? Unbedingt. Als Mitglied eines SS-Mordkommandos hat er während des Zweiten Weltkriegs drei niederländische Zivilisten erschossen. Nach 66 Jahren hat ihn die Zeit eingeholt. Immerhin hat Heinrich Boere seine Taten vor Gericht gestanden. Seit seinen Morden fürchtete er den Prozess. Die Angst, sich eines Tages doch noch vor der Justiz verantworten zu müssen, hat ihn nach eigenen Angaben daran gehindert, eine Familie zu gründen. Diese Ungewissheit wollte er einer Partnerin nicht zumuten. Möglicherweise ist das auch eine Art von Strafe. Es hätte ihm gut zu Gesicht gestanden, seine Taten zu bereuen. Freiwillig war er dem Mordkommando beigetreten. Er sah dies damals als ehrenvolle Aufgabe. Und heute? Zu einer Aussage war er zu feige. Für die Opfer und deren Angehörige ist dieses Urteil zwar kein Trost, aber eine Genugtuung. Und doch wird Boere nicht ins Gefängnis müssen. Seine Verteidiger legen Revision ein. Und eine Entscheidung wird dauern. Boere darf zurück ins Altenheim.

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