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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zur Stichwahl in Afghanistan

    Bielefeld (ots) - Es war nach der Vertreibung der Taliban vor acht Jahren ein ehrgeiziges Ziel: freie Wahlen nach westlichem Vorbild in dem von Clans und unterschiedlichen Ethnien geprägten Afghanistan zu installieren. Heute muss man sagen, dass das Vorhaben gescheitert ist. Präsident Hamid Karsai trägt ein gerüttelt Maß Schuld daran. Er konnte die unterschiedlichen Volksgruppen nicht auf gemeinsame Ziele des Landes einschwören. Sein Einfluss reichte zuletzt kaum über Kabul hinaus. Die Korruption konnte oder wollte er nicht eindämmen. Die Wahlfälschungen haben ihm den letzten Rest an Glaubwürdigkeit geraubt. Die Figur Karsai steht neben den militärischen Fehlern der Isaf-Truppen wesentlich für das Wiedererstarken der Taliban. Die Einberufung der traditionellen großen Ratsversammlung mit allen wichtigen Führern des Landes, die eine Übergangsregierung bestimmen könnte, wäre ein Weg, um dem Land wieder etwas Stabilität zu verschaffen und den Bürgern das Gefühl zu vermitteln, dass die Regierung im Interesse des Landes handelt. Karsai kann nach seinem Fälscherauftritt nicht mehr der Mann dafür sein. Da hilft auch keine Stichwahl.

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