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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Opel

Bielefeld (ots)

Erstes vorsichtiges Aufatmen bei den
Opel-Mitarbeitern. Eine Woche vor der Eröffnung der weltgrößten 
Automesse, der IAA in Frankfurt, hat das monatelange Gerangel um die 
Zukunft des Autobauers vorerst ein Ende. Das jedenfalls scheint nach 
den gestrigen Verlautbarungen des Mutterkonzerns General Motors (GM) 
ziemlich sicher.
Magna, auch von der Bundesregierung immer als Favorit gehandelt, hat 
den Zuschlag erhalten, 55 Prozent der Opel-Anteile erwerben zu 
dürfen. GM behält 35 Prozent. Dass sich die Amerikaner nicht komplett
ausbooten lassen würden, war von Anfang an zu erwarten - und auch zu 
erhoffen. Denn ohne die weltweite Vernetzung verbunden mit den 
entsprechenden Einkaufsmöglichkeiten der Muttergesellschaft hätte 
Opel auch unter dem neuen Haupteigentümer Magna kaum eine Chance 
gehabt, auf Dauer zu überleben.
Die Partnerschaft des österreichisch-kanadischen Autozulieferers 
Magna mit der halbstaatlichen russischen Sberbank und dem russischen 
Autobauer GAZ könnte Opel und damit letztlich auch GM zusätzliches 
Lebenselixier einflößen. Schließlich verfügt GAZ über ein riesiges 
Vertriebsnetz, das sich Opel zu nutze machen kann. »Made in Germany« 
kommt auch in Russland gut an und sollte beispielsweise dem Insignia 
sowie dem nächsten Woche Premiere feiernden neuen Astra die Wege 
ebnen.
 Allerdings ist kaum zu erwarten, dass die dort verkauften Autos 
ausschließlich in Deutschland oder anderen derzeit bestehenden 
europäischen Standorten gebaut werden. Denn GAZ, Produzent von 
Bussen, Lkw, Straßenbaufahrzeugen, großen Dieselmotoren und dem 
legendären Wolga, verfügt im eigenen Land über reichlich Kapazitäten 
in durchaus modernen Werken und vermutlich dazu deutlich geringeren 
Lohnkosten. Das gilt es - vor allem aus russischer Sicht - natürlich 
zu nutzen.
Der Neuanfang für Opel wird sich also keinesfalls ohne weitere 
Einschnitte für die Belegschaften in Bochum, Rüsselsheim, 
Kaiserslautern oder Eisenach vollziehen. So viel ist sicher. Ob sich 
jedoch trotz aller anders lautenden Beteuerungen Werksschließungen 
vermeiden lassen, bleibt abzuwarten
Vieles wird davon abhängen, unter welchen Bedingungen Magna 
beispielsweise die versprochenen Bürgschaften von Bund und Ländern 
erhält.
Auf der anderen Seite ist auch der eigentliche Handel noch nicht 
wirklich in trockenen Tüchern. In den kommenden Wochen müssten »noch 
einige wichtige Punkte geklärt werden, um eine verbindliche 
Vereinbarung zu erzielen«, hieß es gestern von General Motors. Neben 
finanziellen Zugeständnissen der Beschäftigten spricht GM in diesem 
Zusammenhang offen Hilfen des Bundes und der Länder mit 
Opel-Standorten an. Bleibt nur zu hoffen, dass sich daraus nicht ein 
neues Gerangel auf dem Rücken der Beschäftigten entwickelt.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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