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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema HDTV

Bielefeld (ots)

Die Deutschen scheinen bestens für eine neue
Dimension des Fernsehens gerüstet: Nach Hochrechnungen des 
Branchenverbandes Bitkom wird 2010 in jedem zweiten Haushalt ein 
Flachbildfernseher stehen. Bereits jetzt sind es viele Millionen. Auf
den Kauf folgte für zahlreiche TV-Fans allerdings die Ernüchterung: 
Verführt von gestochen scharfen Bildern aus der Konserve oder einem 
Einblick in die Welt der hochaufgelösten Fernsehbilder (HDTV) via 
Bezahlsender Premiere haben sie zugegriffen - doch zu Hause konnte 
der flache Riese seine Versprechen nicht einlösen.
Kabel, Satellit oder Antennen liefern nur das betagte PAL-Signal, ein
bereits 1962 zum Patent angemeldetes Verfahren zur Farbübertragung im
Fernsehen. Pantoffelkino auf einer High-Tech-Bühne: Wer zu nah vor 
dem Flachmann sitzt, sieht möglicherweise ein unscharfes Bild - und 
sehnt sich nach den Zeiten zurück, als er noch in die Röhre geguckt 
hat.
In anderen Ländern, nicht nur in Japan und den USA, ist man weiter: 
Deutschland ist HDTV-Entwicklungsland. Das österreichische Fernsehen 
hat die 31 Spiele der Fußball-EM in hochauflösender Bildqualität 
übertragen. Aktuell planen ARD und ZDF, die HDTV-Ausstrahlung 2010 
mit den Olympischen Winterspielen zu starten.
Auch die Privatsender tun sich schwer, mit gestochen scharfen Bildern
auf Zuschauerfang zu gehen. RTL hat es gerade erst geschafft, seine 
zugkräftigsten Sendungen auf das 16:9-Format umzustellen. Endlich 
kann man Günter Jauchs Kandidaten formatfüllend beim Rätseln zusehen.
Von HDTV keine Spur. ProSiebenSat1 hat sogar die Ausstrahlung in HD 
Anfang dieses Jahres nach mehreren Jahren wieder eingestellt.
Dafür gibt es möglicherweise mehrere Gründe: Nur zögerlich haben die 
Deutschen bislang zu den recht teuren HDTV-Set-Top-Boxen gegriffen. 
Ein Henne-und-Ei Problem. Was muss zuerst da sein: die 
Empfangsmöglichkeiten oder die empfangbaren Programme? Außerdem: Von 
den fast 40 Millionen TV-Haushalten bezieht gut die Hälfte ihr 
Fernsehprogramm über einen Kabelanschluss, nur etwa jeder Vierte 
empfängt bereits ein digitales Signal. Die digitale Übertragung wäre 
aber wichtig für die Umstellung auf hochaufgelöste Bilder - damit es 
wegen der benötigten großen Bandbreiten nicht zu eng wird im Kabel. 
Der Kabelkunde sollte nicht an überalterter Technik festhalten, sonst
blockiert er seine eigene Fernsehzukunft mit.
Nach einer Bitkom-Hochrechnung sind bereits heute acht Millionen 
Deutsche am hochauflösenden TV interessiert. Die 
öffentlich-rechtlichen Sender sind in der Pflicht, das Fernsehen in 
die Zukunft zu führen - wie am 25. August 1967, als Willy Brandt per 
Knopfdruck auf der IFA das Farbfernsehen startete.
 Statt die Gebührengelder in Internetangebote und eine Vielzahl von 
Spartensender zu investieren, sollten sie HDTV-Vorreiter sein. Die 
Fußball-EM ist vorbei. Wie wär's mit gestochen scharfen Bildern zur 
Bundestagswahl im kommenden Jahr?

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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