Deutscher Bauernverband (DBV)

Ungeheuerliche Vorwürfe des Bundeskanzlers und der Bundesministerin / Sonnleitner weist Anschuldigungen entschieden zurück

    Berlin (ots) - Mit folgender Erklärung hat der Präsident des
Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, die Vorwürfe an
den Bauernverband von Bundeskanzler Gerhard Schröder und
Bundesministerin Renate Künast in Zusammenhang mit dem
Nitrofen-Skandal entschieden zurückgewiesen:
    
    "Die deutschen Bauern haben in den letzten eineinhalb Jahren
Schlimmes erlebt. Weder beim BSE-, noch beim so genannten Shrimps-
und beim jetzigen Nitrofen-Skandal haben sich ökologisch wie
konventionell wirtschaftende Bauernfamilien irgendetwas vorzuwerfen.
Stets gab es ungesetzliches Handeln in den vor- und nachgelagerten
Wirtschaftsbereichen, und stets haben sich staatliche und
halbstaatliche Kontrollstellen unfähig erwiesen, die Bauern wie die
Verbraucher vor solchen Skandalen zu schützen. Gerade mit Blick auf
den Öko-Markt hat Bundesministerin Künast immer wieder das
romantische Bild von Höfen mit mistkratzenden Hühnern gepflegt,
gleichzeitig aber selbst für den Öko-Landbau europäisch und
international wettbewerbsfähige Strukturen angemahnt. Diese Politik
musste in ein Debakel führen. Das hat aber nicht der Deutsche
Bauernverband zu verantworten, sondern eine illusionäre und damit
gegenüber Verbrauchern und Bauern in höchstem Maße verantwortungslose
rot-grüne Agrarpolitik.
    
    Deshalb sind die Vorwürfe von Bundeskanzler Schröder und
Ministerin Künast an die Adresse des Deutschen Bauernverbandes
geradezu ungeheuerlich:
    
    * Wer eineinhalb Jahre nach der BSE-Katastrophe nicht in der Lage
ist, ein effizientes Kontroll- und Meldewesen für staatliche Behörden
aufzubauen und zwar unter Einschluss der gesamten Produktionskette,
also mit den vor- und nachgelagerten Produktionsstufen der
Landwirtschaft, der kann agrarpolitisch nicht ernst genommen werden.
    
    * Wer nach dem BSE-Skandal blauäugig das Angebot von ökologischen
Produkten  nach vorne puscht, ohne dafür zu sorgen, dass eine auf
kleinräumliche Produktions- und Absatzwege angelegte Kontrolle auch
bei Großstrukturen und arbeitsteiliger Vermarktung von Öko-Produkten
über große Entfernungen hinweg funktioniert, der entwickelt sich zu
einer Gefahr für eine nachhaltige und von Bauern getragene
Landwirtschaft.                          .../
    
    * Wer ein nationales Bio-Siegel zur Ankurbelung der Öko-Produktion
und deren Vermarktung schafft und dabei gegen den erklärten Willen
der Öko-Bauern im Deutschen Bauernverband auf eine veraltete und
unzureichende EU-Öko-Verordnung setzt, der lässt bewusst Grauzonen
zu, die für die deutschen Öko-Bauern existenzgefährdend geworden
sind.
    
    * Wer "alte Strukturen" in der Agrar- und Ernährungswirtschaft für
die jüngsten Lebensmittelkrisen verantwortlich macht, der lenkt in
billiger Weise von seiner eigenen Verantwortung ab, beugt die
Wahrheit und betreibt Wahlkampf auf dem Rücken der Bäuerinnen und
Bauern, aber auch der mehr als vier Millionen Menschen, die
tagtäglich für gesunde und preiswerte Nahrungsmittel in Deutschland
sorgen.
    
    Der Deutsche Bauernverband wird nicht locker lassen, eine
verlässliche und glaubwürdige Politik einzufordern. Auch ohne die
Unterstützung der Bundesregierung wird er konsequent den Weg der
lückenlosen Dokumentation und Transparenz über das von der gesamten
Produktionskette getragene QS-System weitergehen. Was jetzt dringend
Not tut, ist die Einbindung des Öko-Landbaus in diese
stufenübergreifende neutrale Kontrolle sowie ein wirksames
Entlastungsprogramm für die in ihrer Existenz betroffenen
Öko-Betriebe. Dazu gehören zuvorderst Liquiditätshilfen für
diejenigen Öko-Bauern, die kurzfristig ihre Absatzmärkte verloren
haben. Im Übrigen prüft der Deutsche Bauernverband gegenwärtig
rechtliche Schritte gegen staatliche Kontrollstellen sowie Getreide-
und Futtermittelhändler."
    
    
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