Deutscher Bauernverband (DBV)

DBV mahnt Klärung der Tötung ganzer Rinderherden an
Sonnleitner verweist auf gute Erfahrungen in der Schweiz

    Bonn (ots) - Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes hat in
der Diskussion um die gängige Praxis, dass bei einem BSE-Fall der
gesamte Tierbestand eines landwirtschaftlichen Betriebes getötet
wird, auf die bestehende Rechtslage durch das Tierseuchengesetz und
das Sicherheitsbedürfnis der Verbraucher verwiesen. Als Bauer sei er
aber sehr betroffen von der Tötung ganzer Tierherden. Das Herz einer
Bauernfamilie hänge an der Herde, und es dauere viele Jahre, um einen
guten Kuhbestand aufzubauen. Deshalb sollte umgehend geprüft werden,
ob nicht die in anderen Staaten angewandten Verfahren zur
BSE-Bekämpfung übernommen werden könnten. Sonnleitner verwies auf die
Schweiz, wo man wohl gute Erfahrungen mit einem selektiven Verfahren
gemacht habe. Dort werden bei einem BSE-Fall nur die Tiere getötet,
die in einem bestimmten Zeitraum vor und nach der Geburt des
infizierten Tieres geboren wurden und die Tiere, die in einem engen
verwandschaftlichen Verhältnis zu ihm stehen.
    
    Neben der emotionalen Belastung BSE-betroffener Bauern entstehe
durch die Tötung auch ein enormer finanzieller Schaden. Diese
Landwirte dürften nicht allein gelassen werden, eine volle staatliche
Entschädigung aller wirtschaftlichen Nachteile sei notwendig. Hilfe
für die Landwirte, die jetzt ihre Tiere nicht oder zu sehr niedrigen
Preisen verkaufen können, verspricht sich der Bauernpräsident von
einem Marktentlastungsprogramm durch die EU sowie durch die flexible
Anwendung von Förderbedingungen bei den Rinderprämien, den Agrar- und
Umweltmaßnahmen oder bei der Ausgleichszulage.
    
    Zusätzlich verlangt der Deutsche Bauernverband verstärkte
Lebensmittelkontrollen "bis auf den Teller des Verbrauchers".
Sonnleitner sprach sich dafür aus, die gesamte Kette von den
Futtermittelherstellern bis zum Lebensmitteleinzelhandel stärker zu
überprüfen. Die bisherigen Kontrollen der Behörden seien enttäuschend
angesichts immer wieder falsch deklarierter Futtermittel und
Lebensmittel. Auch die jüngsten falschen Etikettierungen von
Wurstwaren, die entgegen der Verpackungshinweise Rindfleisch
enthielten, zeigten, dass die Lebensmittelkontrollen der Behörden
unzureichend wirkten. Zusätzlich forderte der Bauernpräsident, die
öffentlichen Mittel für die BSE-Forschung aufzustocken.
    
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