BDI Bundesverband der Dt. Industrie

BDI zum Flughafenkonzept der Bundesregierung: Bruchlandung programmiert

    Berlin (ots) - Die Realisierung des Flughafenkonzeptes der
Bundesregierung schade der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes
Deutschland, so der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
Experten der Industrie trafen sich am Mittwoch in Berlin zu einer
Sondersitzung des BDI-Luftverkehrsausschusses, um dieses
Flughafenkonzept zu erörtern. Der BDI unterstrich, im Zuge der
Globalisierung von Geschäftsaktivitäten und Warenaustausch hänge der
Erfolg der deutschen Industrie davon ab, dass sie in die weltweite
Kommunikation für Menschen, Güter, Informationen und Dienste
eingebunden sei. Dem entspreche der Stellenwert, den der
Geschäftsreiseverkehr (40% der Passage, Tendenz steigend) und der
Luftfrachttransport in der strategischen Planung der Industrie
einnehme: 95% aller Luftfrachttransporte sind Bestandteil der
innerbetrieblichen Logistikkonzeption, lediglich 5% sind Ergebnis
außerplanmäßiger Erfordernisse, z.B. der Ersatzteilbeschaffung. Die
Luftverkehrsgesellschaften trügen diesen Anforderungen u.a. mit einer
Verdopplung ihrer Güterverkehrsflotte in den nächsten 10 Jahren
Rechnung. Jedoch hielten die Kapazitäten auf deutschen Flughäfen mit
dieser Entwicklung schon lange nicht mehr Stand. Nach Berechnungen
des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wird die Nachfrage
nach Flugmöglichkeiten auf den wichtigsten deutschen
Verkehrsflughäfen in 2010 zwischen 50 und 100% über den aktuellen
Kapazitäten dieser Flughäfen liegen.
      
    Trotzdem spreche sich die Bundesregierung nicht für einen
Kapazitätsausbau aus. Im Gegenteil, sie verfolge das Ziel, den
Luftverkehr einzuschränken und Verkehre auf die Schiene zu verlagern.
Mittels stärkerer Abgabenbelastung sollen Nachtflüge weiter
eingeschränkt werden. Für verladende Unternehmen, die auf solche
Verbindungen angewiesen sind, werden Standortverlagerungen als
Ausweichreaktion nicht ausgeschlossen. Studien zu den indirekten
Beschäftigungswirkungen im Umkreis des Flughafens Frankfurt bewiesen,
dass in erheblichem Umfang Arbeitsplätze auch im Flughafenumland
durch das vorgelegte Konzept der Bundesregierung gefährdet seien.
    
    Der Forderung nach einer Besteuerung von Kerosin, die mit einer
angeblichen Subventionierung des Luftverkehrs begründet wird, hielt
der BDI entgegen, dass der Luftverkehr seine Wegekosten durch Start-
und Landegebühren sowie durch Übernahme der Flugsicherungskosten voll
deckt. Der Plan, eine stärkere Besteuerung des Luftverkehrs
alternativ zur Kerosinbesteuerung so auszugestalten, dass sich "auch
kurzfristig" Möglichkeiten zu ihrer Durchsetzung in Deutschland
ergeben, ohne den Wettbewerb zu behindern, sei besonders
realitätsfremd.

    Teurerer Luftverkehr koste Arbeitsplätze und treffe einen Lebensnerv der Wirtschaft. Der Umwelt sei damit auch nicht geholfen, betonte der BDI.     

ots Originaltext: BDI
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