BDI Bundesverband der Dt. Industrie

WTO-Beitritt: Bessere Chancen für deutsche Industrie in China

    Berlin (ots) - Angesichts der Wiederaufnahme der Verhandlungen
zwischen der Europäischen Union und der Volksrepublik China über den
chinesischen WTO-Beitritt forderte der Bundesverband der Deutschen
Industrie (BDI) die Europäische Kommission am Montag in Berlin auf,
sich mit allem Nachdruck für eine zügige Einigung mit China
einzusetzen. In den Gesprächen, die auf EU-Seite von EU-Kommissar
Pascal Lamy geführt werden, sollen letzte Hindernisse zur
Unterzeichnung einer bilateralen Handelsvereinbarung für die
Vorbereitung des chinesischen Beitritts zur Welthandelsorganisation
(WTO) ausgeräumt werden.
      
    "Der Weg für den WTO-Beitritt Chinas sollte baldmöglichst frei
gemacht werden, ohne allerdings der chinesischen Seite unangemessene
Zugeständnisse zu machen. Ein rascher WTO-Beitritt Chinas wäre ein
Meilenstein für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen
Deutschland und China", so BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von
Wartenberg. China sei bereits heute die siebtgrößte
Wirtschaftsnation. Mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum
von durchschnittlich 10 Prozent in den letzen beiden Dekaden zähle
das Land zu den dynamischsten Regionen der Welt.
      
    In einem Positionspapier forderte der BDI, dass bei den Gesprächen
die besonderen Interessen der deutschen Industrie berücksichtigt
werden - schließlich sei Deutschland seit Jahren der wichtigste
Handelspartner Chinas in der Europäischen Union. So müsste bei der
Umsetzung der WTO-Vertragsverpflichtungen durch die Volksrepublik
berücksichtigt werden, dass chinesische Unternehmen auf vielen
Gebieten bereits international wettbewerbsfähig seien. In diesen
Sektoren müsse die Liberalisierung zügig voranschreiten.
      
    Eine zentrale BDI-Forderung ist die Reduzierung von
Industriezöllen. Zu den Industrieprodukten, bei denen die deutsche
Industrie ein größeres Entgegenkommen der chinesischen Seite erwarte,
zählen Maschinen, Pumpen, Werkzeuge, Elektroprodukte, Autos, Leder,
Textilien und Bekleidung, NE-Metalle, Keramik, Glas sowie Porzellan.
Von der Europäischen Kommission erwarte der BDI, dass für diese
Marktbereiche in den Verhandlungen mit China Zollsätze vereinbart
werden, die sich am gegenwärtigen WTO-Standard orientieren. Im
Bereich des Dienstleistungssektors setzt sich der BDI für eine
umfassende Liberalisierung ein.
      
    Der BDI wies darauf hin, dass die Volksrepublik China bereits
intensiv von den liberalen Konditionen des europäischen Marktes
profitiert. 1999 beliefen sich die chinesischen Exporte in die EU auf
30,2 Mrd. US$ (chinesische Angaben). China verzeichnete damit einen
bilateralen Handelsüberschuss von 4,7 Mrd. US$ gegenüber der EU.
Angesichts der Bedeutung der EU als drittgrößter Handelspartner der
Chinesen sollte die EU bei den bevorstehenden WTO-Gesprächen in
Beijing ein Ergebnis erzielen, das zu einer weiteren Intensivierung
der bilateralen Handelsbeziehungen führt.
      
    Die Übernahme der WTO-Regeln in China werde eine Entwicklung
auslösen, durch die wirtschaftliche wie politische Reformprozesse
vorangetrieben würden, so der BDI. Für ausländische Unternehmen werde
dies letztlich größere Rechtssicherheit, mehr Transparenz und einen
weiteren Aktionsradius im Reich der Mitte bedeuten, was deutschen
Geschäftsinteressen entgegenkomme. Die Öffnung der Märkte bleibe die
beste Voraussetzung für die Kontinuität und Ausweitung der
bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.
      
    Das BDI-Positionspapier zum WTO-Beitritt Chinas kann beim BDI
abgerufen werden (Fax: 030/2028-2517).


ots Originaltext: Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
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