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NDR Info exklusiv: Hamburger Kapitän bleibt vorerst in den USA in Haft

Hamburg (ots)

Der Hamburger Kapitän Wolfgang Schröder, der nach
einem Schiffsunfall im US-Bundesstaat Alabama festgenommen und wegen 
fahrlässiger Tötung verurteilt wurde, befürchtet, nicht so schnell 
wieder freizukommen. In einem Telefongespräch aus dem 
Hochsicherheitsgefängnis von Bay Minette erklärte er gegenüber NDR 
Info: "Wenn es zu einer längeren Haftstrafe kommt, dann bleibe ich in
Alabama. Daran lässt sich wohl nichts ändern".
Schröders Schiff, die "Zim Mexico III" der Hamburger 
Rickmers-Reederei, hatte im März dieses Jahres beim Anlegemanöver im 
Hafen von Mobile nach dem Ausfall des Bugstrahlruders eine 
Containerbrücke gerammt. Daraufhin stürzte ein Kran um und erschlug 
einen 46-jährigen amerikanischen Hafenarbeiter. Ein tragischer 
Unfall, verursacht durch eine technische Panne. Die 
Staatsanwaltschaft erhob jedoch Anklage wegen "fahrlässiger Tötung" 
und ließ Schröder nach Bay Minette bringen - in Hand- und Fußfesseln,
24 Stunden hat er Licht in der Zelle, ist eingesperrt mit Mördern und
Vergewaltigern. In diesem Herbst sprach ihn ein Geschworenengericht 
in Alabama schuldig. "Noch im Gerichtssaal haben mir zwei Federal 
Marshals Handschellen angelegt und mir alles weggenommen, was man 
nicht haben darf: Kreditkarte, Gürtel, Uhr," schilderte Schröder 
diesen Moment. Seitdem wartet er im County Jail darauf, dass die 
Richterin das Strafmaß verkündet. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Sein US-Anwalt entschuldigte sich im Gespräch mit dem NDR für die 
willkürliche Vorgehensweise der Justiz im Staat Alabama, die aus 
einem Unfall einen kriminellen Akt mache. Als Amerikaner schäme er 
sich dafür.
Einen ausführlichen Bericht über den Fall sendet NDR Info heute 
Mittag (10. Dezember) im "Echo der Welt" in der Zeit von 13.30 bis 14
Uhr.

Pressekontakt:

Rückfragen bitte an:
NDR Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
Telefon: 040 / 4156 - 2304
Fax: 040 / 4156 - 2199
i.bents@ndr.de

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