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Doris Schröder-Köpf bezieht auf NDR 4 INFO Stellung zu jüngsten Ereignissen in Medien und Politik

Hamburg (ots) - Doris Schröder-Köpf, die sich in der Regel aus dem politischen Alltagsgeschäft heraus hält, hat in einem Interview mit NDR 4 INFO zu jüngsten Ereignissen in Politik und Medien Stellung bezogen. In der 55-minütigen Sendung "Talk auf vier", zu hören auf NDR 4 INFO am Sonntag, 4. Februar, ab 16.05 Uhr (Wiederholung: Montag, 5.2. ab 21.05 Uhr) geht sie u.a. auf das umstrittene, mittlerweile zurückgezogene Rentenplakat der CDU ein. Weitere Themen des Gesprächs sind Geschichten, die in den letzten Wochen in der so genannten Yellow Press erschienen sind, und die von ihrem Mann Gerhard Schröder erhobenen Vorwürfe über eine gezielte Kampagne gegen die Bundesregierung. Das Interview ist das längste, das Doris Schröder-Köpf bislang gegeben hat. Zum Rentenplakat der Union sagt Doris Schröder-Köpf, sie sei schockiert gewesen, als sie es sah: "Sie müssen sich vorstellen, ich sitze zu Hause und arbeite gerade an meinem Buch und kriege die Agenturmeldung und besorge mir dieses Foto. Ich sehe das so an, und auf einmal ist bei mir so eine Angst hochgekrochen. Meine Sorge war jetzt, wenn mein Mann wirklich in Deutschland als Verbrecher plakatiert wird, dass sich dann all diese Leute auch noch legitimiert fühlen können, ihm was zu tun. Da habe ich einen Panikanflug gekriegt." Empörung und Sorge lösten auch Artikel aus, die in Blättern des Heinrich-Bauer-Verlages erschienen und gegen die das Kanzler-Ehepaar mittlerweile mehrere einstweilige Verfügungen erwirkt hat. Den Auftakt machte die Geschichte von einem angeblichen Baby-Drama im Kanzler-Haushalt. Die Frau des Bundeskanzlers, so hieß es, habe eine Fehlgeburt erlitten. Doris Schröder-Köpf: "Dann gab es weitere Berichterstattung, die wurde immer intensiver. Und als meinem Mann dann auch noch eine Affäre mit einer Sicherheitsbeamtin angedichtet wurde; als die Sachen immer bizarrer und immer auch problematischer wurden; und als dann auch noch ein Mitarbeiter des Bauer-Verlages in die Schule meiner Tochter eindrang: Dann hat es mir, wie man auf gut bayrisch sagt, einfach gereicht." Für die Kanzlergattin ist dieses Verhalten der Yellow-Press ein klarer Verstoß gegen den Pressekodex: "Ich finde das nicht normal. Ich finde, das darf Journalismus nicht. Auch nicht Journalismus in so genannten Yellow-Press-Blättern. Auch für die gelten Gesetze. Man darf nicht lügen oder Lügen verbreiten." Doris Schröder-Köpf hat selbst 16 Jahre lang als Journalistin gearbeitet - unter anderem auch für BILD im damaligen Machtzentrum Bonn. Angesichts der politischen Diskussion um eine mögliche Kampagne gegen den Bundeskanzler zeigt sie sich erstaunt, wie sehr sich die Medien plötzlich wieder für die späten 60-er und die 70-er Jahre interessierten. Doris Schröder-Köpf: "Ich glaube nicht, dass es viele Generationen gibt, die wie die 68-er so viel über sich selber gesprochen haben. Das war ja nie ein Geheimnis, denen läuft eher das Herz über, wenn die über diese Jahre sprechen. Insofern hat mich das Echo manchmal ein bisschen erstaunt. Es wurde teilweise so berichtet, als ob da jetzt geheime Dinge ans Tageslicht gekommen wären. Und entweder ist diese Darstellung Absicht - oder aber sie zeigt die Unkenntnis der schreibenden Personen." Zu Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Springer-Verlag und der Opposition sagt Doris Schröder-Köpf: "Ich denke, dass es ein sich gegenseitig befruchtendes Vorgehen gibt. Und das kann man sich auch gut erklären, wenn man einige der handelnden Personen und deren Beziehungen und Freundschaften in bestimmten Bereichen eben kennt." Doris Schröder-Köpf hat präzise Vorstellungen von professioneller Berichterstattung. Dabei bleibt die Kanzlergattin diplomatisch zurückhaltend. Doch ihr Appell an die Presse ist deutlich: "Ich hoffe, dass sich die Haltung durchsetzt, die ich für die professionellste halte, und zwar, dass eine so große Auflage zu besonderer Sorgfalt und Verantwortung verpflichtet. Eine Zeitung, die von so vielen Menschen gekauft, gelesen wird, die muss besonders sorgfältig und umsichtig sein, und wenn ein Fehler gemacht wird, dann, finde ich, muss sich so ein Chefredakteur auch mal hinstellen und sagen: Tut mir leid." Auf die Frage, ob der aufreibende Beruf des Bundeskanzlers genug Zeit lasse für die Familie, sagt Doris Schröder-Köpf: "Ja genug, was ist genug? Also es ist wenig. Aber ich war fünf Jahre allein mit Klara. Auch alleinerziehend berufstätig. Und hatte niemanden, der teilgenommen hätte an meinem Leben. Und jetzt habe ich einen Mann, der das macht." Gerhard Schröder möchte eine zweite Legislaturperiode regieren - falls die Wähler wollen. Doch eine Marathon-Regierungszeit wie die von Helmut Kohl ist nicht beabsichtigt - da ist sich Doris Schröder-Köpf ziemlich sicher: "Wir haben eine Absprache unter uns, dass es auf keinen Fall, so der Wähler wollen sollte, irgendwie so lange dauern darf wie bei Helmut Kohl. Also 16 Jahre, das wäre mir echt zu viel. Und ich habe auch noch eigene Pläne und Wünsche. Ich möchte auch ein bisschen mehr Zeit mit meinem Mann verbringen können. Ich möchte, dass er mehr Zeit und Nerven für uns hat, und das kann man in dem Job nicht." Der vollständige Wortlaut des Interviews ist nachzulesen im Internet unter www.ndr4.de, Rubrik "Interviews". ots Originaltext: NDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: NDR-Pressestelle, Martin Gartzke, 040/4156-2300 Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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