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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Vorentscheidung bei US-Vorwahlen In Siebenmeilenstiefeln Dirk Hautkapp, Washington

Bielefeld (ots) - Trump gegen Clinton - die USA und der Rest der Welt sollten sich auf diese Paarung einstellen, wenn die Supermacht im November entscheidet, wer das Weiße Haus übernehmen soll. Allen mathematischen Was-wäre-wenns zum Trotz ist jetzt klar, dass sich bei den Republikanern aller Voraussicht nach der Bau-Milliardär als Kandidat durchsetzen wird. Trump hat das "Momentum" auf seiner Seite. Seine Bilanz bei den Vorwahlen in Maryland, Connecticut, Delaware, Rhode Island und Pennsylvania kommt einem Erdrutsch gleich. Trump, obwohl von weiten Teilen seiner Partei angefeindet, hat nicht nur gewonnen. Er hat seine aus dem Establishment stammenden Widersacher Ted Cruz und John Kasich deklassiert. Gelingt es Cruz im ländlichen Indiana nicht, Trumps Siegeszug abzubremsen, geht der populistische Geschäftsmann mit dem beruhigenden Polster von 1.237 Delegiertenstimmen in den Parteitag im Juli. Alle Verrenkungen um eine Kampfabstimmung in letzter Minute wären Makulatur. Auf Seiten der Demokraten ist der früheren First Lady die Nominierung kaum mehr zu nehmen. Bis auf den Schönheitsfehler Rhode Island geht sie makellos aus den Vorentscheidungen hervor. Clinton kann sich erlauben, bei den restlichen Vorwahlen, nur 20 Prozent der Stimmen einzusammeln. Trotzdem reichte es, um die erforderlichen 2.383 Delegierten auf sich zu verpflichten, die es zur Nominierung braucht. Konkurrent Sanders dagegen müsste knapp 80 Prozent gewinnen - illusorisch. Dennoch will der 74-Jährige bis zum Schluss im Rennen bleiben. Sanders wird sich aber Tiefschläge und persönliche Attacken auf den Gegner in den eigenen Reihen versagen. Das ermöglicht Clinton, ihre Kommunikation schrittweise auf Trump auszurichten. Der im Stile eines Rattenfängers gegen die Globalisierung agitierende Geschäftsmann, der mit Extremforderungen gegen gesellschaftliche Minderheiten das Land spaltet, macht es ihr leicht, sich als Kandidatin der Vernunft zu präsentieren. In der wachsenden Gruppe der Wähler, die sich als unabhängig bezeichnen, hat Clinton bereits einen großen Vertrauensvorsprung. Mit sexistischen Äußerungen hat Trump ihn vergrößert. Clinton würde nicht mehr als fünf Prozent bekommen, wenn sie ein Mann wäre, sagt er. Im November könnte der selbst ernannte "Frauenversteher" dafür nicht nur von weiblichen Wählern die Quittung bekommen.

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