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Neue Westfälische (Bielefeld): Gaffern soll künftig Strafe drohen Wichtige Debatte matthias Bungeroth

Bielefeld (ots) - Wir kennen das: einer Autobahn hat es gekracht, Polizei und Rettungskräfte rücken an. Kein Grund für die Kraftfahrer in der anderen Fahrtrichtung, in die Eisen zu gehen. Doch genau dies passiert jeden Tag. Um zu gaffen wird kräftig gebremst oder sogar angehalten um dort auch Fotos mit dem Smartphone zu machen, die sich später zumeist im Internet wiederfinden. Ein zutiefst verwerfliches Verhalten. Kein Angehöriger eines Unfallopfers möchte auf diese Weise erfahren, dass ein Familienmitglied oder Freund verunglückt ist und dabei verletzt oder gar getötet wurde. Nicht davon zu reden, dass solche Fotos sich im Netz verselbstständigen und nach Jahren noch dort verfügbar sind. Doch dieses ist nicht die Hauptstoßrichtung des Vorstoßes der niedersächsischen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz. Sie hat die Hilfeleistung für die Unfallopfer und den Schutz der Rettungskräfte im Blick und liegt damit völlig richtig. Das hat der Deutsche Verkehrsgerichtstag erkannt und diesem Thema ein großes Forum gegeben. Ob es am Ende wirklich zur angeregten strafrechtlichen Regelung kommt, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass es im Bewusstsein der Bevölkerung ankommt und dort eine Ächtung dieses Verhaltens stattfindet. Dabei ist völlig unerheblich, dass die von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek angeschafften mobilen Sichtschutzwände in sechs Monaten erst 28 Mal genutzt werden. Jedes Unfallopfer verdient maximalen Persönlichkeitsschutz. Und auf Folgeunfälle durch Gaffen können wir auch verzichten.

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