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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Bahn-Preise Alle Jahre wieder Wolfgang Mulke, Berlin

Bielefeld (ots) - In einer Sache ist die Deutsche Bahn seit Jahren immer pünktlich. Alle Jahre wieder kündigt das Unternehmen im September neue Preise oder Rabattmodelle an. Diesmal gibt es eine Nullrunde, jedenfalls im Fernverkehr. Der wachsende Wettbewerb, insbesondere mit den Fernbussen, vermasselt der Bahn so nachhaltig das Geschäft, dass sie sich nun auf einen Preiskampf einlässt. Die Bahn übernimmt die Strategie der Luftfahrt. Die Airlines verkaufen Billigtickets, aber auch sehr teure, die mehr Flexibilität bei den Konditionen, etwa bei der Umbuchung, bieten. So schafft die Bahn den "Normalpreis" ab und nennt diesen Tarif künftig "Flexpreis". Das hat viel mit dem Image des Unternehmens als teurer Transporteur zu tun. Denn die Normalpreise sind viel höher als das Entgelt, das die meisten Fahrgäste tatsächlich bezahlen. Die Mehrheit fährt mit Rabattkarten oder Sparpreisen günstig ans Ziel. Das merkt bloß niemand, weil nur der Normalpreis wahrgenommen wird. So verschwindet der lästige Begriff nun. Die Rechnung kann nur aufgehen, wenn deutlich mehr Kunden für eine Zugfahrt gewonnen werden können. Zugleich darf die Billigstrategie nicht zu Lasten der Qualität gehen. Insbesondere bei der Pünktlichkeit lässt das Angebot zu wünschen übrig. Es wäre in jedem Fall ein Desaster, wenn der Konzern mit der gewagten Strategie scheitern sollte.

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