Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Bis 2030 verliert Ostwestfalen-Lippe 88.000 Einwohner Kommunen und Unternehmen als Partner Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld (ots) - Die Bevölkerung in Ostwestfalen-Lippe schrumpft und altert, trotz der Zuwanderung von Flüchtlingen und Migranten. Die Prognose der Bertelsmann-Stiftung ist nicht überraschend, macht aber deutlich, dass die Bemühungen in den Kommunen und Kreisen in OWL bisher nicht ausreichen, um dem Einwohnerschwund entgegenzutreten. Bislang ist es keiner Kommune im Regierungsbezirk Detmold gelungen, im Gleichklang alle Senioren, ob pflegebedürftig oder fit, adäquat zu versorgen und gleichzeitig viele junge Menschen an sich zu binden. Die strukturellen Veränderungen können jedoch nicht allein von Städten und Gemeinden aufgehalten werden. Das kann nur im Zusammenspiel mit der Wirtschaft funktionieren. Die Zahlen zeigen: Kommunen mit vielen Unternehmen, die Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen bieten, erzielen einen Bevölkerungszuwachs oder verlieren weniger Einwohner als andere Kommunen. Andererseits schaffen Unternehmen nur dann Arbeitsplätze, wenn Kommunen dafür die Voraussetzungen schaffen. Mit schnellen und unkomplizierten Entscheidungen und gut angebundenen und digital ausgestatteten Gewerbegebieten können auch kleine Kommunen Unternehmen für eine Ansiedlung gewinnen. Dafür sind nicht nur die harten Faktoren Infrastruktur, Digitalisierung, Nahversorgung sowie die schulische und medizinische Versorgung wesentlich. Auch weiche Faktoren sind dafür entscheidend, wo sich Unternehmen ansiedeln, und erst recht dafür, wo junge Menschen eine Familie gründen. Ohne Freizeitangebote für alle Generationen bieten Kommunen keine Anreize für Menschen, sich genau dort niederzulassen. Verantwortung für den Bevölkerungsschwund tragen also beide: Kommunen und Wirtschaft. Anstatt über den Mangel an Fachkräften und Experten zu klagen, sollten Unternehmen mehr ausbilden und insbesondere Eltern die Möglichkeit geben, Familie und Beruf zu managen, ohne dabei einen der Bereiche zu vernachlässigen.

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