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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Middelhoffs Haftbedingungen Der Zeitpunkt lässt zweifeln Florian Pfitzner, Düsseldorf

Bielefeld (ots) - Ob Thomas Middelhoffs Haftbedingungen für einen Skandal taugen, ist eher fraglich. Hängt die Überwachung in der JVA Essen doch nicht nur mit dem tiefen Fall des ehemaligen Arcandor-Managers zusammen, weshalb eh schon ein sogenannter Bilanz-Suizid zu befürchten war, sondern vor allem mit familiären Gründen. Weil sowohl Middelhoffs Bruder als auch sein Vater den Freitod gewählt hatten, sah der verantwortliche Anstaltsleiter die Gefahr einer Selbsttötung und ordnete Kontrolle an. Middelhoffs Frau schätzte das Risiko ähnlich ein. Inzwischen regt sich Kritik an den Methoden in der Untersuchungshaft. In der Tat wäre dauerhafter Schlafentzug ein Menschenrechtsverstoß; der Zeitpunkt des Vorwurfs lässt einen jedoch zweifeln. So brachten ihn Middelhoffs Anwälte weder in der ersten noch in der zweiten Haftbeschwerde vor, sondern erst jetzt. Womöglich müssen sie einfach lernen, dass die Uhren in NRW anders ticken als etwa in Bayern, wo prominente Häftlinge in Privatkliniken am Starnberger See verlegt werden.

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