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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Fixierungen von Pflegebedürftigen Mehr Personal für mehr Freiheiten Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld (ots) - Ob mit Gittern, Fesseln oder Medikamenten: Das Fixieren und Ruhigstellen von Pflegebedürftigen ist ein gravierender Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht. Egal, ob es zum Schutz des Patienten passiert oder der Träger Angst vor der Haftungsfrage hat. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass Träger von Pflegeeinrichtungen und das NRW-Justizministerium die Zahl der Fixierungen so weit wie möglich reduzieren möchten. Doch Forderungen bringen nichts, wenn die Rahmenbedingungen zur Umsetzung fehlen, die von der Politik geschaffen werden müssen. Immer mehr Menschen werden im Laufe ihres Lebens pflegebedürftig, und immer mehr Menschen erkranken an Demenz. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Mitarbeiter in Alteneinrichtungen, die pflegebedürftigen Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die Pflege von Senioren wird deshalb immer aufwendiger und zeitintensiver, doch die Zahl der Pflegekräfte wird dieser Entwicklung nicht angepasst. Obwohl die Aufgaben von Pflegekräften immer umfangreicher werden, gilt nach wie vor ein veralteter Personalschlüssel, der in keiner Weise den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht wird. Es wird endlich Zeit, dass Politiker und Träger von Pflegeeinrichtungen nicht mehr nur fordern, sondern pflegebedürftigen Menschen mehr Freiheiten durch mehr qualifiziertes Personal ermöglichen.

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