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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Konjunktur Eine Frage der Interpretation Stefan Schelp

Bielefeld (ots) - Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Droht die nächste ganz große Krise? Mitnichten. Es kommt auch hier darauf an, wie man die Zahlen liest. Denn die Wirtschaft ist nur im Vergleich zum ersten Quartal zurückgegangen. Und das war, auch aufgrund des milden Winters, überaus stark. Dadurch haben viele Unternehmen Investitionen vorgezogen, die sie eigentlich erst für das zweite Quartal vorgesehen hatten - sie fehlen nun in der Bilanz für die Zeit von April bis Juni. Zieht man zum Vergleich die Zahlen des Vorjahresquartals, also für April bis Juni 2013, heran, so zeigt sich, dass die Wirtschaft gewachsen ist. Und zwar um nicht zu verachtende 0,8 Prozent. Also: alles eine Frage der Interpretation. Nicht so recht zur Schwarzmalerei passen will auch die Meldung, dass die Dax-Konzerne im zweiten Quartal einen Rekordgewinn eingestrichen haben. Und auch aus den gerade in OWL so starken Familienunternehmen sind derzeit wenig Klagen zu hören. Sorgen bereiten die Nachbarn Italien und Frankreich, die nicht auf Touren kommen. Das ist eines der Risiken - noch nicht für die deutsche, aber ganz sicher für die europäische Wirtschaftsentwicklung. Und natürlich kann niemand abschätzen, wie sich der Ukraine-Konflikt samt Sanktionen langfristig auswirkt. Für ein Krisenszenario, so viel steht aber fest, reicht das bei weitem nicht aus.

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