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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar "Keine Suchtgefahr" von Katia Meyer-Tien zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Gewinnspielen

Regensburg (ots) - Beim Elektromarkt bekommt man Gutscheine für richtig beantwortete Fanfragen zum nächsten WM-Spiel. Für Wandfarbe gibt es bei einem deutschen Weltmeistertitel 20 Euro zurück. Und wer den richtigen Endspieltipp abgibt, der darf zwölf Monate günstig Bahnfahren: Rund um die Fußball-WM überbieten sich die Unternehmen derzeit mit Aktionen. Viele davon sind gekoppelt an einen Einkauf, bei vielen dieser Angebote ist es Glück, ob der Erfolg eintritt. Und all das stand gestern in Leipzig mit auf dem Prüfstand. Der Sinn des Glücksspielstaatsvertrages ist es, Menschen vor der Sucht zu schützen, davor, Geld in blinkende Automaten zu stecken und dabei Job, Familie und Lebensfreude zu riskieren. Eine solche Gefahr geht von den kreativen Marketing-Gags wohl nicht aus. Es ist gut, dass das Bundesverwaltungsgericht das genauso sieht. Eine Frage allerdings stellt sich am Rande des Prozesses: Warum werben Unternehmen heute kaum noch mit Qualität, sondern brauchen immer mehr inhaltsleere Aktionen?

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