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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Beim Lohn bleibt der Geschlechterunterschied groß Frauensache Alexandra Jacobson, Berlin

Bielefeld (ots) - Deutschland hat einen weib-lichen Regierungschef, was in frauenpolitischer Hinsicht einen großen Fortschritt darstellt. Doch Angela Merkel im Bundeskanzleramt bedeutet keineswegs, dass sich sonst in der Gesellschaft in Gleichstellungsfragen viel getan hätte. Unabhängig von den jeweiligen Regierungskonstellationen halten sich etwa die Unterschiede beim Lohn. Die Lücke macht sich ein Leben lang bemerkbar. Im Alter sind dann eher die Frauen armutsgefährdet. Dass Männer ein Fünftel mehr verdienen als Frauen, kann nicht an einem Bildungsgefälle liegen. Mehr Mädchen als Jungen machen Abitur, und sie sind in ihren Schulkarrieren generell erfolgreicher als die Jungen. Es liegt sicher daran, dass die Rollenzuweisung hierzulande sehr traditionell ist. Kita-Neubau und Vätermonate haben nichts daran geändert, dass die Frauen für die Kindererziehung zuständig sind. Doch darüber hinaus muss es noch andere Faktoren geben, die eine Gleichstellung verhindern. Der gestrige Tag lieferte Anschauungsmaterial: Die einzigen Politiker, die sich über die unverändert hohe Lohnlücke zwischen den Geschlechtern aufregten, waren Frauen: Manuela Schwesig, Katrin Göring-Eckardt, Cornelia Möhring. Männer haben sich dazu nicht geäußert. Es wäre gut, wenn dieses Thema auch stärker Männer interessieren würde - zum Beispiel jene, die die Tarifverträge aushandeln.

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