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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Reglementierung für Fracking Ein Basta bitte! Hanna Gersmann, Berlin

Bielefeld (ots) - Fracking ist keine gute Idee. Nein, die umstrittene Förderung von Gas mit Druck und Chemie birgt zu viele Risiken. Die Bierbrauer haben dagegen schon aufbegehrt, die Wasserwerke ebenso. Sie alle fürchten, das Trinkwasser könne Schaden nehmen. Das Lebensmittel Nummer eins also. Nun hat auch die oberste Umweltbehörde dies noch einmal bestätigt. Die Gefahren sind mehr als klar. Nur: Warum fordern die obersten amtlichen Umweltschützer dann nicht gleich ein Verbot? Sie fordern stattdessen "enge Leitplanken". Zu kompliziert, sagen sie. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, möchte man ihnen entgegenhalten. Ein Basta wäre wünschenswert gewesen. Zumal: Fracking wird die Welt nicht verändern. Es ist keine Sache für die Zukunft. Energiepolitisch führt die Ausbeutung immer neuer Gasvorkommen in die Irre. Das Hintertürchen dürfte allein die Konzerne wie Exxon Mobil freuen. Sie können noch immer auf ein Geschäft hoffen. Doch auch ihr Rausch wird kurz sein. Das lässt sich in den Vereinigten Staaten gut beobachten. Dort wurden mit der unkonventionellen Fracking-Methode neue große Gas-vorkommen erschlossen. Doch die Goldgräberstimmung ist längst passé. Es mehren sich die Anzeichen, dass es so schnell wieder vorbei sein könnte, wie es begonnen hat. Die Quellen erschöpfen schnell, die Bohrungen sind teuer. Es gibt keinen Überfluss an herkömmlicher Energie. Und auch nicht an Geld für Investitionen und Forschung. Das Land der Energiewende muss sich konzentrieren - und mit weniger auskommen. Es muss Kohle, Öl, aber auch Gas konsequent durch erneuerbare Energien ersetzen. Und vor allem muss es Methoden entwickeln, um effizienter mit Energie umzugehen. Der Wirtschaftsminister könnte für Ingenieure Anreize schaffen, Produkte auszutüfteln, die weniger Energie verschwenden. Der Verkehrsminister könnte mehr für Radfahrer und Busse und Bahnen tun. Die Umweltministerin könnte sich stärker um die energetische Sanierung von Gebäuden kümmern. Das sind gute Ideen. Doch von ihnen ist in der Republik wenig zu hören, verboten wenig.

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