Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Günstige Wohnungen gesucht Kreative Lösungen Alexandra Jacobson, berlin

Bielefeld (ots) - Deutschland wird älter, und die Bevölkerung schrumpft. Doch das heißt nicht, dass sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt entspannen würde. Der Zuzug in die Ballungsräume hält unvermindert an. Dort ist günstiger Wohnraum Mangelware. Es wird nicht genügend gebaut, um die Bedürfnisse gerade der sozial schwächeren Wohnungssuchenden zu stillen. Dazu kommt, dass im Vergleich zu früher immer mehr Alleinlebende eine Wohnung suchen. Die Große Koalition hat sich beim Thema Bauen und Wohnen einiges vorgenommen. Bisher stand vor allem die Mietpreisbremse von Justizminister Heiko Maas im Vordergrund. Die ist wichtig, damit bei Neuvermietungen keine Mondpreise verlangt werden können. Aber die Preisbremse kurbelt nicht den Wohnungsbau an. Deshalb gilt sie für Neubauten auch gar nicht - jedenfalls nicht für die Erstvermietung. Nein, die Gretchenfrage ist heutzutage eine ganz andere. Warum wird so wenig gebaut? Und wie kann man das ändern? Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat nun mit Vertretern von Ländern, Kommunen und Verbänden ein "Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen" gegründet. Das Thema ist in der letzten Wahlperiode vernachlässigt worden. Jetzt sind immerhin schon mal eine Belebung des sozialen Wohnungsbaus und eine Erhöhung des Wohngeldes angekündigt worden. Wichtig ist aber auch, dass die private Bautätigkeit angeregt wird. Da stellt sich die Frage nach den Kosten des Wohnungsbaus. Dem will sich das neue Bündnis explizit widmen. Das ist überfällig. Der Mieterbund fordert schon seit langem die kritische Überprüfung von Baunutzungsverordnungen. Wenn es darum geht, relativ schnell dringend benötigte Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen zu bauen, sind der Sinn und Zweck von Standards zu überdenken. Ob da etwa jede Stellplatzauflage oder jede Begrenzung von Geschossflächen überall notwendig sind, gehört zu den offenen Fragen, die zu klären sind. Kreative Lösungen sind gefordert. Ob die neue Initiative fürs Bauen nicht nur heiße Luft produziert, sondern Ergebnisse bringt, wird sich spätestens im Herbst 2015 zeigen. Dann steht die erste Zwischenbilanz an.

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