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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Der Fall Edathy An die Opfer denken ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots) - Der Fall Sebastian Edathy hat viele Facetten. Es geht um die Frage, wer wann wen informierte oder nicht. Es geht um die strafrechtliche Relevanz, um die politischen Folgerungen, um das Misstrauen in der Großen Koalition. Bisher ging es aber kaum um die Opfer dieser Affäre, die Kinder. Für die Produktionen der kanadischen Firma stammten sie wohl vor allem aus Rumänien und der Ukraine. Etliche von ihnen sind bis heute schwer traumatisiert. Die Fotos und Filme, die Sebastian Edathy konsumierte, mögen legal gewesen sein. Aber glaubt denn irgendjemand, dass Kinder aus freien Stücken nackt vor Kameraobjektiven agieren? Dass es hier nicht um Macht, um Gewalt und um Ausbeutung der Schwächsten geht? Es ist schwer verständlich, dass solches "Material", das sich laut Aussage der Staatsanwaltschaft im "Grenzbereich zur Kinderpornografie" bewegt, so einfach zu beschaffen ist. Es ist überfällig, Gesetzeslücken zu schließen und das Gesetz zur Kinderpornografie zu verschärfen. Und es muss auch einmal ausgesprochen werden - und das ist völlig unabhängig von der rechtlichen Würdigung -, dass es gut ist, dass Sebastian Edathy dem Bundestag nicht mehr angehört. Moralisch ist es unerträglich, wenn ein Erwachsener sein sexuelles Begehren auf Kinder richtet. Auch wenn er sich "nur" Fotos anschaut.

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