Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Probleme wegen der elektronischen Lohnsteuerkarte Geburtswehen HUBERTUS GÄRTNER

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Bielefeld (ots) - Die Finanzminister haben den Segen der elektronischen Lohnsteuerkarte versprochen. Eigentlich ist ihre Einführung richtig. Im 21. Jahrhundert hantiert kaum jemand mehr mit Karteien aus Papier. Daten aller Art werden elektronisch gespeichert und verwaltet. Mehr als 40 Millionen Arbeitnehmer und zwei Millionen Arbeitgeber sind von der Umstellung betroffen. Doch aller Lobhudelei zum Trotz lief sie bislang nicht rund. Schon die Übermittlung der sogenannten Lohnsteuerabzugsmerkmale von den Kommunen an die Finanzverwaltungen war von Pannen begleitet. Weil Schnittstellen nicht passten und verschiede-ne Rechenzentren beteiligt waren, kam es zum Datenchaos. Die Öffentlichkeit bekam davon wenig mit, und die Finanzbehörden waren zum Schweigen verdonnert. Im neuen Jahr werden die Fehler virulent, es wird vermutlich massenhaft falsche Lohnsteuerabrechnungen geben. Die Finanzämter fürchten deshalb die Wut der Bürger. Mit dem Hinweis, dass es sich nur um "Geburtswehen" handelt, werden diese kaum zu beruhigen sein. Aber ihr Geld müssen sie trotzdem nicht verlieren. Spätestens im nächsten Lohnsteuerjahresausgleich lässt sich alles korrigieren.

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