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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar zu: Schließung der Online-Tauschbörse Megaupload Erpressung CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - Wohin soll das führen? Ein bekanntes Internet-Schlitzohr, vielleicht sogar Krimineller, wie Kim Schmitz wird festgenommen, seine Internet-Tauschbörse von US-Behörden abgeschaltet, und prompt attackieren seine Unterstützer den Internetauftritt von CIA und FBI, also der amerikanischen Sicherheitsbehörden. Banken weigern sich, die Info-Plattform Wikileaks weiter zu finanzieren und deren Geldströme zu steuern, und umgehend legen Internetfans deren Seiten lahm, hacken die Daten unbeteiligter Kunden. Die Gemeinde von "Anonymus" knackt Unmengen von Datensätzen ganz normaler Menschen und überweist deren Geld an irgendwelche Organisationen. Dabei geriert sie sich wie ein moderner Robin Hood. Das sind nur drei Beispiele. Die Liste ließe sich leicht verlängern. Unabhängig davon, ob beispielsweise das Agieren eines Kim Schmitz in Ordnung ist oder die Reaktion der Staatsgewalt angemessen. Das Netz wird zunehmend zum rechtsfreien Raum. Zu einem Raum der Willkür. Ein unbekanntes Wesen, das "Netzgemeinde" genannt wird, entscheidet über Wohlverhalten und Strafe für Fehlverhalten. Wenn ein Unternehmen nicht so arbeitet, wie es einige wenige wollen, die die Mechanismen des Internets und dessen Communities beherrschen, ist es übel dran. Das ist nicht Demokratie, wie die Internet-Enthusiasten behaupten, das ist Erpressung, nichts anderes. Niemand ist legitimiert, gewählt oder mit irgendeiner Befugnis ausgestattet. Das Internet ist eine tolle Sache, aber es darf kein rechtsfreier Raum bleiben, in dem es keine allgemeingültigen Regeln gibt, die allen nutzen und deren Einhaltung kontrolliert wird.

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